Berlin-Charlottenburg: Geschichten aus dem Thai-Park

Vor der Umgestaltung der Streetfood-Wiese wirft eine Schau einen Blick auf die Geschichte.

Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim zeigt derzeit eine Ausstellung über einen der interessantesten und umstrittensten Orte im Bezirk: den Thai-Park. Im Wilmersdorfer Preußenpark treffen seit Jahren an den Sommerwochenenden Menschen aus asiatischen Communitys auf ein lokales und touristisches Publikum. Viele der am sogenannten Thai-Park beteiligten Frauen kamen aus Thailand nach Berlin.

Konflikt mit Parkordnung

Sie handeln mit Street-Food und teilen untereinander ihre Erfahrungen über das Leben in der Diaspora. Dieser informelle Freiraum ist ein Ort der Begegnung und der Auseinandersetzung: Der Thai-Park steht in Konflikt zur Parkordnung und hat sich dennoch zu einem international beliebten, interkulturellen Treffpunkt entwickelt. Für die Ausstellung haben sich nun junge Künstler des Kollektivs un.thai.tled zusammengefunden. Sie sprechen eine gemeinsame Sprache mit den Frauen und folgen ihrem eigenen biografischen Zugang hinter die Kochstellen, um eine Erinnerungsgemeinschaft zu bilden.

Sozialen Ort erhalten

Aus Perspektiven der Architektur, der performativen Kunst, der visuellen Anthropologie und des Mediendesigns nähern sie sich künstlerisch-forschend diesem Ort im Preußenpark an. Dabei spekulieren sie auch über die Möglichkeiten, die Orte wie der Thai-Park bieten. Immerhin werfen aktuelle Umgestaltungspläne für den Preußenpark die Frage auf, inwieweit der hier entstandene soziale Ort noch mit der bezirklichen Wirklichkeit vereinbar ist. Die Schau ist bis zum 5. Juli in der Villa Oppenheim, Schloßstraße 55, Ecke Otto-Grüneberg-Weg zu sehen. Karten und weitere Infos online.

Datum: 14. März 2020, Text: Red, Bild: imago images/Schöning