Berlin-Reinickendorf: Viel Luft und Grün im Kurt-Schumacher-Quartier

Quartiersplatz Schumacher Quartier_Copyright Tegel Projektrendertaxi

Baukollegium stellt erste Ideen für neuen Airport-Kiez vor.

Wenn der Flughafen Tegel nach der Inbetriebnahme des neuen Großflughafens BER in Schönefeld geschlossen wird, bricht auf dem Areal eine neue Ära an. Geplant ist zum einen die Ansiedlung eines Forschungs- und Industrieparks für Zukunftstechnologien, der als Urban Tech Republic bezeichnet wird. Und zum anderen der Bau eines neuen Wohnquartiers mit 5000 Wohnungen, Schulen, Kitas und Sportanlagen für rund 10.000 Menschen.

Ökologisch und sozial

Über die Gestaltung des Wohnviertels, das wegen der Nähe zum Kurt-Schumacher-Platz als Schumacher-Quartier bezeichnet wird, diskutierte jetzt das Baukollegium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in wichtigen Fragen der Stadtgestaltung berät. Grundlage war der Entwurf eines Handbuchs, das Auskunft darüber geben soll, wie das Ziel des in Tegel geplanten ökologisch-sozialen Modellquartiers zu erreichen ist. So wird in dem Buch beispielsweise vorgeschlagen, am äußeren Rand des Viertels begrünte Fassaden zu gestalten, im Inneren dagegen soll der geplante Baustoff Holz sichtbar gemacht werden – jeweils in Kombination mit Photovoltaikanlagen.

Starke Identität

Entschieden wurde aber noch nichts. Lüscher nahm dafür jede Menge Anregungen mit. „Es steht fest, dass wir mutiger sein sollten, um stärker auch Materialvorgaben über größere Bereiche zu machen, damit das Quartier eine starke Identität erhält“, sagte sie. Klar sei zudem, dass es Vorgaben zu den Erdgeschosszonen geben soll. Etwa, an welchen Stellen sie öffentlich zugänglich sein sollen. Vorgaben solle es zudem in Bezug auf die Ökologie der Materialien geben, so Lüscher – dass also nachwachsende Stoffe verwendet werden. Festgelegt werden solle überdies, an welchen Stellen Loggien, also in die Fassade eingebaute Balkone, entstehen, und an welchen Stellen aus der Fassade herausragende Balkone errichtet werden.

Viele Wohnformen

Für den Bereich am Kurt-Schumacher-Platz, den Auftakt zum neuen Viertel, wünschen sich die Experten gestalterisch etwas Extravaganteres, erklärt Lüscher. Das geplante Schumacher-Quartier soll eine Fläche von 48 Hektar haben. Es ist auf dem östlichen Flugfeld des Flughafens Tegel sowie angrenzenden Bereichen am Kurt-Schumacher-Platz und am U-Bahnhof Scharnweberstraße geplant. Das künftige Quartier soll zum Standort für eine neue Berliner Mischung werden, zu der unterschiedliche Wohnformen gehören – mit Angeboten für Familien über generationsübergreifendes Wohnen bis hin zum Studentenwohnen. Geschaffen werden soll dieser neue Bevölkerungs-Mix durch vielfältige Bauherren. So sollen neben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und private Baugruppen zum Zuge kommen.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Berliner Zeitung.

Datum: 10. März 2020. Text: Ulrich Paul. Visualisierug: Tegel Projekt GmbH