Berlin-Mitte: Teile der Friedrichstraße bald autofrei

Die Einkaufsmeile soll abschnittsweise für ein halbes Jahr von Autos befreit werden.

Zwei Tage, eine Woche oder gar ein ganzer Monat: Über diese Zeiträume wurde bislang gesprochen, wenn es um eine mögliche Verkehrsberuhigung der Friedrichstraße ging. Jetzt soll die Einkaufsstraße gar für ein halbes Jahr für Autos gesperrt werden. Von Anfang Juni bis Ende November ist ein autofreier Abschnitt zwischen Leipziger Straße und Französischer Straße vorgesehen, erklärt die Verkehrsverwaltung. Auch der Checkpoint Charlie soll verkehrsberuhigt werden. Dabei soll herausgefunden werden, welche Auswirkungen das auf den Fuß-, Rad-, Auto- und Lieferverkehr der Gegend habe und was die Nutzer der Friedrichstraße davon haben.

Einzelhandel stärken

Ziel des Verkehrsversuchs ist es laut Senatsverwaltung, die Attraktivität der Friedrichstraße für Berliner und Touristen zu erhöhen und damit auch Gewerbe und Einzelhandel zu stärken. Dafür könnten auch breitere Gehwege und Radwege eine Option sein. Neben viel Lob für das Pilotprojekt, erntete der Senat aber auch Kritik. Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, warnte vor einer übereilten Sperrung der Friedrichstraße. „Statt sich von Fahrrad-Lobbyisten lenken zu lassen, muss die grüne Senatsverkehrsverwaltung zuerst Anwohner und Gewerbetreibende beteiligen“, forderte er. „Nach ihrem Protest war der Autofrei-Versuch im letzten Jahr abgesagt worden. Das scheinen die Planer schon wieder vergessen zu haben.“

Anrainer stärker einbeziehen

Und auch die FDP-Fraktion Mitte fordert einen stärkeren Dialog mit den Anrainern und Gewerbetreibenden. Ihre Meinung müsse in einem ergebnisoffenen Workshop ebenso Gehör finden wie die Interessen der Verkehrsteilnehmer, fordert der Vorsitzende der FDP-Fraktion Mitte Felix J. Hemmer. Zunächst einmal können sich Anrainer aber auf einen autofreien Sommer und Herbst auf ihrer Straße einstellen.

Datum: 6. März 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/A. Friedrichs