Berlin-Mitte: Kein Theater im Monbijoupark

Grüne und SPD vertagen Beschlussfassung – Betreiber protestieren.

Das „Theater“ um das Monbijoutheater hat in dieser Woche seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. Zumindest in diesem Sommer wird es wohl kein Theater im Monbijoupark geben. Das verkündete zuerst die Linksfraktion Mitte. Grund für den drohenden Ausfall war die Vertagung einer wichtigen Beschlussfassung der Fraktionen von Grünen und SPD in der vergangenen Verkehrsausschuss-Sitzung. Durch diese könne ein entsprechender Antrag für die Erhaltung des Kulturorts erst im April in die Bezirksverordnetenversammlung eingehen. Für die Betreiber des Theaters bliebe dadurch zu wenig Zeit zum Proben und Aufstellen des Programms. Beides würde unter normalen Umständen spätestens im April beginnen, damit im Juni der Spielbetrieb wie gewohnt aufgenommen werden könnte. Die SPD begründete die Vertagung mit dem erlittenen Vertrauensverlust gegenüber den handelnden Akteuren.

Unterstützer gesucht.

Der CDU-Verordnete im Bezirksparlament, Olaf Lemke, machte seinem Ärger im Anschluss an die Vertagung auf Twitter Luft und sprach von einem Skandal. „Es spricht Bände und zeigt einmal mehr, dass sich die rot-grüne Zählgemeinschaft vor wichtigen Entscheidungen einfach wegduckt.“ Feige und verantwortungslos nannte er das Verhalten der Fraktionen. In einem gemeinsamen Antrag mit den Linken versuchen sie, den Kulturstandort im Monbijoupark doch noch zu retten. Sie wollen den Bebauungsplan für das Theater ändern. Derzeit sieht es aber nicht nach einer Fortsetzung in diesem Sommer aus. Die vom Aus betroffenen Künstler riefen ihre Unterstützer indes auf, zur Sitzung des Bezirksparlaments zu kommen und für den Erhalt des Theaters zu kämpfen. „Wir wissen nicht mehr weiter“, erklärten sie.

Datum: 28. Febvruar 2020, Katja Reichgardt, Bild: imago images/Bernd Friedel