Berliner Pflegekräfte bekommen mehr Geld

Ambulante Pflegeleistungen werden besser vergütet.

Die Pflegekräfte der ambulanten Pflegedienste in Berlin, die Pflegeleistungen nach SGB XI vornehmen, erhalten in diesem Jahr im Durchschnitt 5,26 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich die Landesverbände der Pflegekassen, die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und die Arbeitsgemeinschaft Ambulante Pflege nun in ihren Verhandlungen geeinigt. Im Jahr 2018 stiegen die Löhne bereits durchschnittlich um 5,78 Prozent, 2019 um vier Prozent. „Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine so deutliche Lohnerhöhung für die Pflegekräfte der ambulanten Pflegedienste vereinbaren konnten. Die Erhöhung der Attraktivität in der ambulanten Pflege durch bessere Vergütung ist das gemeinsame Ziel des von mir initiierten „Berliner Paktes für die Pflege“. Wir sind hier auf einem guten Weg. Die Steigerung von 5,26 Prozent ist bereits die dritte überdurchschnittliche Erhöhung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Folge. Seit 2018 ist die Entlohnung der Beschäftigten der ambulanten Pflegedienste damit insgesamt um über 15 Prozent gestiegen“, sagt Pflegesenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Niedriges Lohnniveau

Die Arbeitsgemeinschaft Ambulante Pflege ergänzt: „Die Verbände der Leistungserbringer begrüßen das erzielte Ergebnis als dringend notwendigen Schritt zur Verbesserung der Gehälter von Pflegekräften. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass die in der Berliner Pflegelandschaft angewendeten Tarifverträge im Rahmen der Verhandlung Berücksichtigung finden. Durch die Einhaltung der Lohnuntergrenze stellen die Arbeitgeber eine Bezahlung oberhalb des gesetzlichen Pflegemindestlohnes sicher.“ In Berlin gibt es derzeit mehr als 600 ambulante Pflegedienste, in denen rund 20.000 Pflegekräfte arbeiten. Viele verdienen weniger 1.600 bis 2.200 Euro brutto im Monat. Das Lohnniveau liegt deutlich unter dem anderer Branchen. Die Lohnerhöhungen sind Teil des im vergangenen Frühjahr beschlossenen „Berliner Pakt für die Pflege“. Dieser soll unter anderem sicherstellen, dass der steigende Bedarf an Pflegepersonal gedeckt werden kann. Dafür müssen die Zahl der ausgebildeten Fachkräfte und ihre Verweildauer im Beruf erhöht und die der Ausbildungsplätze weiter ausgebaut werden.

Tarifverträge anwenden

Eine höhere Vergütung kann durch die Vereinbarung beziehungsweise Anwendung von Tarifverträgen als auch im Bereich konfessioneller Trägerschaften durch die Anwendung von Arbeitsvertragsrichtlinien erreicht werden“, heißt es unter anderem in dem entsprechenden Beschluss. Unbestritten sei der Pflegebereich eine Wachstums- und Zukunftsbranche. Sie biete ihren Beschäftigten über die kommenden Jahrzehnte zukunftsträchtige und sichere Arbeitsplätze.

Datum 28. Februar, Text: Redaktion, Bild: iStock/Getty Images Plus/monkeybusinessimages