Berlin-Lichterfelde: Hindenburg soll verschwinden

Hindenburgdamm

Die politische Unterstützung für eine Umbenennung des Hindenburgdamms wächst.

In Steglitz-Zehlendorf gibt es eine Reihe von Straßen, die den Namen von historisch umstrittenen Persönlichkeiten tragen. Das wohl prominenteste Beispiel ist der Hindenburgdamm in Lichterfelde. Seit Jahren machen sich vor allem Politiker der Linken dafür stark, die Straße umzubenennen. Sie halten es für unwürdig, an den früheren Reichspräsidenten zu erinnern, der den Nazis den Weg an die Macht ebnete, indem er Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hat.

Ende Januar erfuhren die Befürworter einer Umbenennung Unterstützung aus dem Abgeordnetenhaus: Dort wurde beschlossen, dass Paul von Hindenburg (1847-1934) nicht länger Ehrenbürger sein soll. Dieser Titel war dem früheren Generalfeldmarschall kurz nach Hitlers Machtübernahme im Frühjahr 1933 verliehen worden.
Nun spricht sich auch die Nachwuchsorganisation der Grünen im Bezirk für eine neue Namensgebung aus.

Weltoffenes Steglitz-Zehlendorf

„In unserem Bezirk werden wir durch das Haus der Wannsee-Konferenz, ehemalige SS-Verwaltungseinrichtungen und ehemalige Eugenik-Forschungszentren tagtäglich an die Schrecken des Nationalsozialismus erinnert“, so die Grüne-Jugend-Sprecher Gülsah Bayar und Alexander Kräß. „Gerade weil wir hier so viele Mahnmale haben, wäre es unverantwortlich, gleichzeitig eine Person wie Hindenburg durch eine große Straße zu ehren.“

Eine Umbenennung sei überfällig. „Genauso wenig wie Hindenburg Ehrenbürger eines demokratischen Berlins sein kann, kann der Hindenburgdamm Teil eines weltoffenen, demokratischen und vielfältigen Steglitz-Zehlendorfs sein.“ Als Alternative schlagen sie Simone Veil vor. Die Auschwitz-Überlebende war nach 1945 Gesundheitsministerin in Frankreich und erste Präsidentin des Europaparlaments.

Datum: 12. Februar. Text: Redaktion. Bild: imago images/Joko