Berlin-Neukölln: Kunstpreis wurde verliehen

Die Arbeiten aller Nominierten zum Neuköllner Kunstpreis sind in der Galerie im Saalbau zu sehen. 

Für den diesjährigen Neuköllner Kunstpreis hatten sich mehr als 170 Künstler mit einem Wohnsitz oder Atelierstandort in Neukölln beworben – mehr als in den vergangenen Jahren. Acht von ihnen wurden von einer Fachjury nominiert und erhielten somit die Möglichkeit auf eine Auszeichnung. Nun stehen nach einem mehrstufigen Auswahlprozess die Preisträger fest. Die Arbeiten der acht Nominierten sind in einer Gruppenausstellung in der Galerie im Saalbau, Karl-Marx-Straße 141, noch bis zum 29. März zu sehen (Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr).

Die Gewinner

Den ersten Platz, und damit ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro, erkämpfte sich Catherine Evans mit ihrem Werk „Standing Stone, 2019“. Die Jury begründet: „ Catherine Evans’ Arbeit ist der spannende Versuch einer Systemfindung. Was wie ein objektives Diagramm wirkt, speist sich jedoch aus subjektiven Koordinaten. Die Position der Steine an der Wand entspricht der Position der Muttermale auf ihrem eigenen Rücken… Die Arbeit ist Installation und Zeichnung zugleich.“

Die zweite Gewinnerin heißt Jinran Ha. Ihre Skulptur „Zwei Machthabende und 98 Individuelle“ personalisiert alltägliche Gebrauchsgegenstände und beschreibt soziale Typen sowie zwischenmenschliche Beziehungen. „Zwei gleiche Ventilatoren stehen einander als ’Machthabende’ gegenüber und versetzen 98 identische Kleiderbügel in wellenartige Bewegung, hin und her zwischen den beiden Polen“, beschreibt die Jury das Werk der Künstlerin, die 2.000 Euro Preisgeld in Empfang nehmen durfte. Mit leisem Humor veranschauliche die Künstlerin gesellschaftliche Prozesse zwischen Autorität, Gehorsam und Beeinflussung. Es stelle sich die Frage, wie sich der Einzelne in der Masse verhält und ob eine Rebellion möglich ist.

Die Raumzeichnungen „Variations on Line n. 88“ von Vanessa Enriquez wurden für den dritten Platz mit 1.000 Euro Preisgeld beim Neuköllner Kunstpreis auserwählt. Die Arbeit führe Linien in den Raum und werde zu einer in ihrer Vielschichtigkeit überzeugenden Skulptur. Sie eröffne multidimensionale Gedankenräume, die die Betrachter einladen, sich mit der Arbeit im Raum aus unzähligen Perspektiven zu beschäftigen.

Der vierte Neuköllner Kunstpreis ist eine Kooperation des Fachbereichs Kultur mit dem Kulturnetzwerk Neukölln. Ideell und finanziell wird dieses Veranstaltungsformat durch die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH unterstützt. 

Datum: 2. Februar 2020, Text: Sara Klinke, Bild: Tanja Schnitzler