Berlin-Mitte: Wie umweltfreundlich sind die Kieze?

BSR-Aktionstage und „Ballot Bins“ sollen die Müllberge auf den Straßen verringern.

Friedrichshain-Kreuzberg will Zero-Waste-Bezirk werden und die „Flut an Plastikflaschen, Coffee-To-Go-Bechern und anderen Einwegverpackungen stoppen“, ließ das Bezirksamt verlautbaren. Grund genug, einen Blick auf die Situation in den Kiezen zu werfen. Vor allem achtlos an der Straße abgestellter Sperrmüll sorgt im Wedding und in Moabit immer wieder für Ärger.

Diesem Problem versuchte das Bezirksamt im vergangenen Herbst bereits mit Sperrmüll-Aktionstagen zu begegnen. An neun Terminen konnten Anwohner ihren nicht mehr benötigten Hausrat an verschiedenen Orten im Kiez abgeben. Ein Angebot, das von vielen angenommen wurde und in diesem Jahr fortgesetzt werden soll. Aber auch an anderen Orten im Bezirk wird an klimafreundlichen Konzepten gefeilt, wie das Bezirksamt auf Anfrage des Berliner Abendblatts mitteilt.

Belastete Orte

So stehe derzeit vor allem die Reinigung von „mit Konsumhinterlassenschaften belasteten Orten im Kurfürstenkiez“ und am Weinbergsweg im Fokus. Diese würden nicht durch die BSR gereinigt. Außerdem beteilige sich der Bezirk finanziell am „World Cleanup Day“ durch wirBERLIN, der einmal im Jahr, diesmal am 19. September, stattfindet. Zudem werde dafür gesorgt, dass besonders belastete Orte wie der U-Bahnhof Osloer Straße und die Grünfläche am Hansaplatz gereinigt werden.

Ballot Bins in den Kiezen

Die in Friedrichshain-Kreuzberg angekündigten „Ballot Bins“, überdimensionierte gelbe Aschenbecher, die Raucher mit mehr oder weniger erst gemeinten Fragen zum umweltgerechten Entsorgen ihrer Zigaretten bewegen sollen, werden ebenfalls bereits erprobt. Wie erfolgreich die einzelnen Maßnahmen tatsächlich sind und ob sich Mitte in den kommenden Jahren ebenfalls auf den Weg macht, ein „Null-Müll-Bezirk“ zu werden, ist aber noch fraglich.

Datum: 25. Januar 2020, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/Jürgen Ritter