Warum der 1. FC Union Berlin in der ersten Liga bleibt

Union Berlin

Köpenicker Fußballclub begibt sich auf Mission Klassenerhalt.

Diese Niederlage macht Mut! Nein, ich meine nicht das Null zu Vier einer überforderten und komplett mutlosen Hertha gegen Serienmeister München am zurückliegenden Sonntag. Gemeint ist das 1:3 des Bundesliga-Neulings 1. FC Union Berlin gegen Herbstmeister Red Bull Leipzig.

Knapp 60 Minuten lang zeigten die Mannen um Torwart Rafal Gikiewicz, dass der Spielweise der übermächtigen Sachsen-Elf mithilfe einer Mischung aus Mut und Respektlosigkeit Paroli geboten werden kann. Dennoch: Auch wenn sich die Köpenicker nicht wie im Hinspiel „abschlachten“ ließen (0:4), steht fest, dass es für sie nur um den Klassenerhalt geht. Auch jetzt im Spiel gegen FC Augsburg. Dass der am Ende auch geschafft werden kann, dafür gibt es gewichtige Gründe.

Die Mannschaft: In der Hinrunde hat das Team um Kapitän Christopher Trimmel bewiesen, dass es durchaus in der Lage ist, in der Bundesliga mitzuhalten. Das machten nicht zuletzt die Siege gegen Dortmund, Mönchengladbach oder Freiburg deutlich. Mit der Ausleihe des Wolfsburger Mittelfeldasses Yunus Malli und der baldigen Rückkehr von Grischa Prömel dürfte sich die spielerische Qualität noch einmal erhöhen.

Weitere taktische Varianten

Der Trainer: Urs Fischer hat längst bewiesen, dass er die Spieler und damit auch das Team weiterentwickeln kann. Die sichtbaren Folgen: Bei den meisten Spielern haben sich das Spielverständnis und die technischen Fertigkeiten in den zurückliegenden Wochen eindeutig verbessert. Damit stehen dem Schweizer Übungsleiter in den kommenden Spielen weitere taktische Varianten als die bislang erfolgreich erprobten 4-4-2- oder 3-5-2-Systeme zur Verfügung. Das wird der Elf vor allem bei den Spielen gegen die unmittelbaren Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte zugutekommen.

Die Fans: Nach dem Motto „Wo du auch spielst, ja wir folgen dir, und ist der Sieg auch noch so fern…“ darf sich die Mannschaft der Unterstützung ihrer vielen Anhänger sicher sein. Das gilt nicht nur für den sowieso immer ausverkauften Heimbereich im Stadion an der alten Försterei, sondern viel mehr noch für die Unterstützung bei Auswärtsfahrten. Immer wieder sorgen die Unioner angesichts ihres lautstarken und optischen Supports für ungläubiges Staunen in den fremden Stadien zwischen Bremen und München. Oder dafür, wie gerade in Leipzig geschehen, dass die Fangesänge mittels ohrenbetäubend lauter Musik aus den Stadion-Lautsprechern übertönt werden.

Datum: 23. Januar 2020. Text: Manfred Wolf. Bild: imago images/Contrast.