Berlin-Lichtenberg: Eine Hütte mit Laterne auf dem Rasen

Hasucha-am-Nöldnerplatz

Hasuchas „Himmel über Nöldnerplatz“ veranschaulicht Wohnungsnot und Armut.

Anfang 2019 startete das Wettbewerbsverfahren für eine künstlerische Gestaltung des Nöldnerplatzes mit dem Ziel, die Geschichte des Quartiers durch eine selbstbewusste, künstlerische Aussage zu betonen. Die Jury entschied sich für das Konzept „Himmel über Nöldnerplatz“ des Berliner Künstlers Christian Hasucha, das in der vergangenen Woche eingeweiht wurde. Nach eigener Aussage ließ sich der Künstler von der Weite und dem freien Himmel über dem Platz inspirieren.

Er fühle sich dabei an frühere Reiseerlebnisse erinnert. Der Weite und den gesockelten Rasenteppichen des Nöldnerplatzes fügte er eine Szenerie hinzu, die in ihrer Vielschichtigkeit verschiedene Assoziationen zulässt: ein allseitig geschlossenes Hauszelt aus Aluminiumguss und eine Mastleuchte werden in räumlicher und formaler Proportion zur westlichen Rasenfläche stehen.

Das Verfahren.

Thematisch waren die teilnehmenden Künstler des Wettbewerbes frei in ihrer Kreativität, wurden aber in den Auslobungsunterlagen auf den Künstler Heinrich Zille, der von 1873 bis 1892 im Umfeld des Standortes lebte, sowie den historischen Hintergrund des Platzes aufmerksam gemacht. Sie wurden außerdem ermutigt, sich mit den Themen Wohnungsnot und Armut auseinanderzusetzen.

Im Juni 2019 waren die anonymisierten Konzepte aller acht Teilnehmer öffentlich vorgestellt worden. Die Bürger konnten in einem Beteiligungsverfahren ihr Votum abgeben. Der Wettbewerb geht auf einen Vorschlag im Lichtenberger Bürgerhaushalt zur Erinnerung an Heinrich Zille zurück. Am 25. Februar, um 16 Uhr, wird Christian Hasucha für Gespräche über das Kunstwerk zur Verfügung stehen. Nach einem Vortrag im Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstraße 24 wird es dann auch Zeit für Diskussionen geben.

Datum: 20. Januar 2020, Text: red, Bild: BA Lichteneberg