Geschichte zum Anfassen

Auch in Friedrichshain-Kreuzberg gibt es beim Tag des offenen Denkmals viel zu sehen.

Was läge näher, als sich im Europäischen Kulturerbe-Jahr mit einem Straßenzug näher zu befassen, den manch einer für so prägend hält, dass er für den Titel Unesco-Weltkulturerbe vorgeschlagen werden sollte? Beim „Tag des offenen Denkmals, der am 8. und 9. September stattfinden wird, bekommt man die seltene Gelegenheit dazu, ihn aus luftiger Höhe zu betrachten. Die Rede ist natürlich von der Karl-Marx-Allee, einer absoluten Besonderheit in der Berliner Stadtarchitektur, die bis heute die Wiederaufbauphase im Ostteil Berlins und eine Mischung prägender Architekturstile aus dieser Zeit widerspiegelt.

Nicht umsonst gibt es seit Jahren Bestrebungen, die Straße und ihre Gebäude zusammen mit dem Hansaviertel für die Ernennung zum Unesco-Weltkulturerbe zu nominieren. Der „Allee e.V.“ und seine Akteure gehören dabei natürlich mit zu den treibenden Kräften.

Frankfurter Tor

Am 9. September bieten sie Gelegenheit zur Teilnahme an einer von vier Führungen nebst Vortrag und Foto-Ausstellung. Der Höhepunkt dieser Führungen wird im wahrsten Sinne des Wortes der Südturm des Frankfurter Tors sein. Den können die Teilnehmer nämlich erklimmen, von dort aus den Straßenzug und seine Architektur betrachten und so ein besseres Bild vom Gesamt-Ensemble bekommen. Es gibt vier einstündige Führungen, die jeweils am Eingang des Hauses Frankfurter Tor 9 starten, und zwar ab 11, 12.30, 14 und 15.30 Uhr. Jeweils 20 bis 25 Personen können mitmachen, daher ist eine Anmeldung per E-Mail unbedingt erforderlich: kontakt@rawcc.org

RAW-Gelände

Wer das RAW-Gelände nur von Feiern, Kulturveranstaltungen und Märkten kennt, hat schon viel von dem Ensemble gesehen. Seine Geschichte allerdings ist ebenfalls hochinteressant. Neugierige können am 8. und 9. September von 13 bis 18 Uhr vor Ort Näheres erfahren. Im Beamtenwohnhaus auf dem Gelände gibt es die Ausstellung „RAW Showruhm“ zu sehen. Darüber hinaus gibt es täglich eine Führung zur städtebaulichen Entstehungsgeschichte von der königlich-preußischen Eisenbahnwerkstatt zum Reichsbahn-Ausbesserungswerk. Treffpunkt ist um 14 Uhr das Tor 1. Ebenfalls an beiden Tagen gibt es eine Führung unter dem Motto „RAW findet Stadt: kulturelle Nachnutzung und partizipative Geländeentwicklung ab 1998. Auch hier geht’s am Tor 1 los. Nähere Infos und Anmeldungen per Mail: kontakt@rawcc.org 

Künstlerhaus Bethanien

Wer das Künstlerhaus Bethanien am Mariannenplatz noch nicht kennt, hat etwas falsch gemacht. Auch jene, die es bereits besucht haben, können etwas dazulernen bei einer Führung am 8. September um 11 Uhr. Treffpunkt ist der Haupteingang. Maximal können 30 Personen teilnehmen. Kontakt-Email: sternberg@stattbau.de

Wer wissen möchte, was es noch zu sehen, zu lernen und zu erfahren gibt, für den gibt es auf der Internetseite des Landesdenkmalamts das Programmheft zum Download oder Listen mit den Bezirken zum Ausdrucken.

Datum: 02.09.2018 Text: Oliver Schlappat Bild: Wikimedia Commons/tian2992