Mehr Platz für Radfahrer

Breiter Radweg statt „Protected Bike Lane“ an Helmholtzstraße.

Überall im Bezirk sollen in den kommenden Monaten Radwege entstehen oder ausgebessert werden. In Planung sind auch die sogenannten „Protected Bike Lanes“, also durch Poller geschützte Radstreifen. Erst Anfang des Jahres gab die Senatsverwaltung für Umwelt, Klima und Verkehr bekannt, einen dieser geschützten Wege im Bereich der Helmholtzstraße/Dovestraße schaffen zu wollen. Sehr zum Unmut der Anwohner, die befürchteten, auf dem ohnehin engen und vollen Straßenabschnitt künftig noch weniger Platz zu haben. Zudem sollten für den Ausbau der Radwege Bäume gefällt werden.

Neue Pläne

Nun wurden die Pläne der Senatsverwaltung verworfen. Das teilt der SPD-Abgeordnete Fréderic Verrycken mit, der eine entsprechende Anfrage an die Senatsverwaltung gestellt hatte. Dennoch soll sich an der Helmholtzstraße künftig einiges bessern – sowohl für Radler als auch für Autofahrern. Der Gehsteig und der Radweg werden dafür vergrößert, allerdings werden diesem Unterfangen deutlich weniger Stellplätze und keine Bäume zum Opfer fallen. Fréderic Verrycken dazu: „Ich finde die Idee der Protected Bike Lanes super. Auch im Bezirk gibt es sicherlich viele Straßen, in denen ein solches Projekt zusammen mit dem Bezirk gut umgesetzt werden könnte. Die Helmholtz-/Dovestraße allerdings hat da wenig Sinn. Deswegen freut es mich, dass die Senatsverwaltung für Verkehr die Anregungen aus der Anwohnerschaft sehr schnell geprüft hat und nun ein viel besseres Verfahren für den Bereich – im Sinne der Anwohner, der Fahrrad-, Bus- und Autofahrer und des dortigen Baumbestandes – anstrebt.“ Und auch an anderen Stellen in Charlottenburg-Wilmersdorf sollen Radfahrer in Zukunft sicherer unterwegs sein. Erste Ausbesserungen sind bereits im Gange.

Bewertung folgt

Eine umfassende Bewertung der bezirklichen Radwege aber erfolgt laut Senat erst in einem zweiten Schritt. „Derzeit erfolgt in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die europaweite Ausschreibung für ein Erhaltungsmanagementsystem, mit dessen Hilfe die Zustandsbewertung der Fahrbahnen erfolgen wird“, so der Senat. Viele der Berliner Radwege weisen eine Vielzahl von Schäden auf. Radfahrer beklagen zudem, dass es vielerorts keine eingezeichneten oder ausreichend großen Radstreifen gibt.

Datum: 27. August 2018, Text: Katja Reichgardt/Redaktion, Bild: imago/Steinach