Der Schülerboom hält an

Mehr Schüler, mehr Lehrer, weniger Pädagogen.

Im neuen Schuljahr ist die Schülerzahl in allen Bezirken noch einmal gestiegen. In ganz Berlin wurden 322.790 Schüler (davon 33.900 Erstklässler) gezählt, das sind 7.432 mehr als im vergangenen Schuljahr. Dieser Trend erfordert mehr Platz an den Schulen und mehr Lehrerpersonal. Senat und Bezirk haben in letzter Zeit etliche Sanierungs-, Erweiterungs- und Neubauprojekte auf den Weg gebracht.

Zudem wurden zum neuen Schuljahr rund 2.700 neue Lehrerstellen geschaffen, davon gingen berlinweit 738 Jobs an sogenannte Quereinsteiger und 915 an Lehrkräfte ohne volle Lehrbefähigung, die künftig weiterqualifiziert werden sollen. In diesem Jahr unterrichten 33.962 aktive Lehrkräfte an den öffentlichen Berliner Schulen, im vergangenen Jahr waren es 33.087. Ob all diese Maßnahmen genügen, um die Situationen an den Schule zu verbessern und fit für weitere Boom-Jahre zu machen, ist allerdings umstritten.

Das neue Schuljahr in Zahlen

Noch mehr Zuwachs

Nach der jüngsten Modellrechnung des Senats erwartet Berlin bis zum Schuljahr 2025/26 einen Zuwachs von rund 53.000 Schülern. Zur zügigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten werden an mehreren Schulen weitere Ergänzungsbauten und bis zum Jahr 2026 rund 60 neue Schulen errichtet. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres wurden berlinweit 46 dieser Zusatzgebäude fertiggestellt. Für die Jahre 2019/20 sind laut Senat an zwölf weiteren Schulstandorten modulare Ergänzungsbauten in der Größenordnung von rund 80 Millionen Euro vorgesehen.

Situation verschlechtert

Kritik am Einsatz von pädagogischen Quereinsteigern kommt unter anderem von der Lehrer-Gewerkschaft GEW. Zwar habe der Senat die offenen Stellen neu besetzt. Allerdings seien die Fachkräfte unterschiedlich verteilt. In einigen Bezirken und an den meisten Gymnasien gebe es keine neu eingestellten Lehrer ohne Fachstudium. An Schulen in sozialen Brennpunkten, etwa in Neukölln,Wedding oder Moabit, sei dies anders. Insgesamt habe sich die Personalsituation weiter verschlechtert, so GEW-Landeschef Tom Erdmann.

Datum: 23. August 2018, Text: Nils Michaelis, Bild: Thinkstock/istock/ dolgachov