Haus der Statistik mit neuem Gesicht und altem Charme

Gewinner des Fassadenwettbewerbs steht fest / Baubeginn 2022.

Noch pfeift der Wind durch die eingeschlagenen Scheiben des ehemaligen Hauses der Statistik am Alexanderplatz. Aber schon bald soll sich hier einiges bewegen. Das Abendblatt berichtete bereits über die Vorhaben der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Nun werden die Pläne konkreter – ein Gewinner des Fassadenwettbewerbs wurde gekürt. Geplant sind eine behutsame und zeitgemäße Rekonstruktion der Original-Fassade sowie ein begrünter Neubau. Der besondere Charme des Baus soll dabei erhalten bleiben. Die Fassade des seit 2008 leer stehenden Hauses der Statistik in der Otto-Braun-Straße in Mitte weist gravierende Schäden auf.

Rundum Sanierung

Die BIM ist verantwortlich für die Herrichtung und Sanierung des Gebäudes und hatte im Februar einen offenen Wettbewerb initiiert, um am Ende das beste Konzept für Sanierung und Gestaltung der Fassade zu küren. Dabei wurden auch Ergänzungsmöglichkeiten der Bestandsgebäude erörtert. Die Wettbewerbsjury entschied sich für einen Entwurf des Berliner Architekturbüros „de+ architekten“, der eine moderne Wiederherstellung der Fassade vorsieht. In dem Entwurf ist die Fassade farblich fast komplett in Weiß gehalten. Die Brüstungselemente werden aus Carbonbeton, Dämmkern und konstruktivem Leichtbeton konzipiert und auf die Bestandsdecken montiert. Zudem soll ein neuer Baukörper entlang der Otto-Braun-Straße mit einem öffentlichen Dachgarten sowie einer Grünfassade eine von Pflanzen bestimmte Umgebung für die Stadtgesellschaft zum Erholen, Treffen und Kommunizieren kreieren. Auch die Dachflächen des Bestandsgebäudes werden soweit möglich eine extensive Begrünung erhalten. Im Erdgeschoss soll dann Platz für die geplante Begegnungszone sein.

Modernes Gesicht

„Wir standen vor der großen Herausforderung, einerseits dem Haus der Statistik ein neues und modernes Gesicht zu verleihen, andererseits dafür Sorge zu tragen, dass sich das Gebäudeensemble nahtlos in das historische und für Berlin typische Stadtbild einfügt und die Zeichen der Vergangenheit nicht verwischt werden“, so Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM. Für viele Berliner besteht demnach mit dem Gebäude als Zeugnis des DDR-Städtebaus auch eine emotionale Verbundenheit. „Deshalb haben wir uns gemeinsam mit allen Beteiligten für einen Entwurf entschieden, der eine Rekonstruktion der alten Fassade mit modernen und gestalterisch wertvollen Elementen vorsieht und damit das Potenzial hat, diesen exponierten Ort im Herzen Berlins wieder für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen“.

Die Realisierung erfolgt in zwei Bauabschnitten: Zuerst wird die Fassade wiederhergestellt, zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann die baulichen Maßnahmen der städtebaulichen Anpassung und Ergänzung des Straßenraums an der Otto-Braun-Straße umgesetzt werden. Die Realisierung von weiteren Neubauten rund um das Gebäude steht jedoch unter dem Vorbehalt der bisher noch nicht erfolgten Finanzierung. Auch eine entsprechende baurechtliche Genehmigung gibt es noch nicht. Nach derzeitigem Stand sind der Rückbau der Fassade sowie die anschließende Errichtung der neuen Außenwand ab Anfang 2022 geplant. Mitte 2023 soll die neue Fassade fertig sein.

Datum: 22. August 2018, Text: Redaktion, Simulation: DE+ARCHITEKTEN