Eine Sanierung, die Schule machen könnte

Sanierung der Kiefholzschule könnte Modellcharakter haben.

Es riecht nach frischer Farbe in den Fluren, in denen überall noch die Umzugskartons stehen. Der Boden ist neu verlegt, und auch die Schließfächer in den Fluren blitzen nagelneu. Von außen strahlt die Fassade der Kiefholzschule in hellen Farben. Mit großem Stolz präsentiert Projektleiterin Karin Rosenbaum, das ausgebaute Dachgeschoss des Hauses mit rund 100 neuen Schulplätzen.

Freie Arbeitsfläche

Bürgermeister Oliver Igel (SPD) kennt die Gründe für die reibungslose, pünktliche und saubere Umsetzung der gesamten Modernisierungsmaßnahmen, die über drei Millionen Euro gekostet haben. Der Unterricht der Kiefholz-Grundschule wurde nämlich während der gesamten Baumaßnahmen ab Mitte 2016 vollständig in die rund drei Kilometer entfernte Schule an der Willi-Sänger-Straße verlegt. Extra dafür gab es einen betreuten Bustransfer für die Schüler.

„Eine Vorgehensweise, die sich wirklich bewährt hat“, erklärt Bezirksbürgermeister Oliver Igel, der weiß, dass sich so eine Großsanierung allein in den Ferienzeiten unmöglich bewerkstelligen lässt. „Uns macht der Handwerkermangel ohnehin zu schaffen. Wenn wir nur in den Zeitfenstern der Ferien bauen könnten, würden wird wir die Probleme nur noch weiter verschärfen“, so Igel, der sich derzeit mit fehlenden oder völlig überteuerten Handwerkerangeboten beschäftigen muss. „Da werden Preise von rund einer Million Euro für Bauleistungen aufgerufen, die wir mit 250.000 Euro ausgeschrieben haben“, schildert der Bürgermeister die Misere und wünscht sich mehr Flexibilität in seinen Handlungsmöglichkeiten. Weites Zeitfenster. „Das Verfahren mit der Ausweichschulen ist perfekt. So sind wir nicht mehr auf die vier bis fünf Wochen Ferienzeit beschränkt“, sagt Igel, der vor allem in der Kontinuität eine große Chance sieht, um den Sanierungsstau in den kommenden Jahren in diesem Bereich abbauen zu können.

Allein in diesen Sommerferien hatte die Abteilung Facility Management an 23 der 46 Schulen mit Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu tun. Dafür stehen dem Bezirk jeweils 9,6 Millionen Euro für die Jahre 2018 und 2019 zur Verfügung. Das ist gegenüber den vergangenen Jahren mehr als das Doppelte.

Berliner Offensive

In den kommenden Jahren wird in die Sanierung der Berliner Schulen bis zu 5,5 Milliarden Euro investiert. Viel Geld für Gelände und Gebäude, die in den vergangenen Jahren viel zu sehr vernachlässigt wurden. 688 Schulen gibt es im gesamten Stadtgebiet. An 276 Schulen wurde in diesen Sommerferien gebaut, repariert und saniert. Jetzt soll der Sanierungsstau in den kommenden Jahren strategisch angegangen werden. „Wir haben aus den eingereichten Bestandsaufnahmen und den Schulentwicklungsplänen der Bezirke einen Bau- und Sanierungsfahrplan aufstellen können, mit dem wir die Prozesse in Zukunft besser abstimmen können“, verspricht Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD). Genügend Geld ist vorhanden, um im kommenden Jahrzehnt das nachzuholen, was in den Jahren zuvor an Reparaturen und Sanierungen an den Berliner Schulen versäumt worden war.

Datum: 17. August 2018, Text und Bild Stefan Bartylla