Pannenbrücke geht in die Verlängerung

Zwei Jahre lang repariert die BVG auf der Falkenberger Chaussee.

Die Baustelle kann nun wirklich niemand mehr leiden. Fast fünf Jahre lang wurden die Gleise der Tram und die Fahrbahnen für Busse, Autos und Fahrräder auf der Brücke an der Falkenberger Chaussee saniert. In der Ära einer gefühlten Ewigkeit gab es über dem S-Bahnhof neue Verkehrsführungen, ausgeklügelte Ampeltaktungen, Fahrstühle hinab zu den Bahnsteigen und Geh- und Radwege.

Die Fortführung

Wer glaubte, dass all die Sanierungsarbeiten nun endlich ein Ende haben würden, bekam Mitte dieses Jahres eine überraschende Fortsetzung präsentiert. „Die Bauarbeiten im Jahr 2013 waren Sanierungsarbeiten durch die Senatsverwaltung an den Straßenbrücken. Diese verlaufen neben dem Brückenbauwerk der Straßenbahn. Die Bauarbeiten konnten damals nur durchgeführt werden, indem der Omnibusverkehr über das BVG-Bauwerk der Straßenbahn geleitet wurde. Eine gemeinsame Sanierung war da nicht möglich“, begründet ein Sprecher der BVG die aktuelle Baustellensituation, bei der die Dichtung der Tramspuren auf der BVG-eigenen, mittig geführte Brücke durchgeführt werden. „Damit der Straßenbahnverkehr trotz laufender Arbeiten aufrechterhalten werden kann, wird zunächst nur an einem Gleis gearbeitet“, heißt es in der Mitteilung weiter. Nur so könne vermieden werden, dass der komplette Abschnitt bis Falkenberg gesperrt wird.

Ohne Ankündigung.

Dass die Bauarbeiten nach BVG-Angaben noch bis Ende 2019 andauern werden, ist indes auch keinem Baustellenschild zu entnehmen. Zumindest keinem mit direktem Ortsbezug. „Unter der Brücke, für fast niemanden sichtbar, auf der Wollenberger Straße stehen die Schilder zu dieser Baustelle“, erläutert Elke Schuster von der Bürgerinitiative Berliner Luft. Und auch die Schilder selbst sind irritierend gestaltet, listen sie doch Informationen zur Baustelle an der Tram-Haltestelle Landsberger Allee – und die befindet und befand sich bekanntlich ja einige Kilometer weiter südlich. „Als ich das sah, hatte ich schon Angst, dass die hier noch was etwas völlig Falsches hin bauen“, gesteht Elke Schuster, deren Bedenken angesichts der eingeleiteten Baumaßnahmen nicht ganz so unberechtigt zu sein scheinen.

Gefährliche Fahrspuren

Aber nicht nur die Informationlage zur Baustelle weiset Mängel auf. „Stadteinwärts ist eine Umleitung für Fahrräder eingerichtet, die über eine steile Rampe hinweg direkt auf den Fußgängerweg führt“, erläutert ADFC-Sprecher Hajo Legeler von der Stadtteilgruppe Lichtenberg. Den Fußgängern selbst wird ein Streifen im begleitenden Straßengrün zugewiesen. Diese Situation sei für Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen gefährlich. „De Facto teilen sich doch jetzt Fußgänger und Radler den Weg“, weiß Legeler. Seit geschlagenen sechs Woche passiere auf der Baustelle zudem nichts mehr. „Diese Gefahrensituation ist wirklich nicht mehr hinnehmbar“, so der ADFC-Sprecher, der befürchtet, dass diese Beeinträchtigungen sogar noch nach Beendigung der Bauarbeiten anhalten könnten. „Uns liegt ein Schreiben vor, in dem die BVG und die Polizei eine jetzt provisorisch eingerichtete Haltebucht für den Busverkehr auch nach Beendigung der Bauarbeiten erhalten will“, erläutert Legeler, der sich bereits in einem offenen Brief mit dieser Angelegenheit an Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Die Grünen) gewandt hatte.   Datum 08/17/2018, Text und Bild: Stefan Bartylla