Spandau will Touristen anlocken

Bessere Vermarktung und mehr Veranstaltungen geplant.

Dass Spandau einige Sehenswürdigkeiten, Natur und Veranstaltungen zu bieten hat, entgeht den meisten Berlin-Besuchern. Die tummeln sich lieber auf der Museumsinsel, am Alexanderplatz oder vor dem Brandenburger Tor, statt die Zitadelle zu besuchen oder die Havel entlang zu laufen. Doch das soll sich nun ändern. Bereits vor einigen Monaten stellte der Senat sein neues Tourismuskonzept vor, in dem auf Nachhaltigkeit und „kiezbasierte“ Tourismussteuerung gesetzt wird. Die Tourismusmassen sollen zudem aus der Mitte in die Randbezirke, auch nach Spandau, geleitet werden. Dafür muss aber zunächst ein ganzheitliches Tourismuskonzept für Spandau her.

Viele Ideen

Daran arbeitet derzeit die Wirtschaftsförderung Spandau, die das Konzept bis Mitte des kommenden Jahres erstellen muss. Seit Anfang des Jahres arbeitet auch Jana Friedrich als erste Tourismusbeauftragte Berlins daran, den Bezirk und seine Vorzüge in den Fokus zu rücken. „Das bereits im letzten Jahr erfolgreich begonnene Tourismusprojekt wird mit seinen weiter zu erarbeitenden Handlungsempfehlungen und konkreten Maßnahmen nicht im märkischen Sand verlaufen. Auch die Schaffung der neuen Stelle ist ein klares Bekenntnis des Bezirks, das Thema Tourismus fortlaufend zu begleiten und aus einer professionellen Hand zu steuern“, erklärt der Leiter der Wirtschaftsförderung, Patrick Sellerie. Geplant sind unter anderem Flyer, Informationstafeln, aber auch der Ausbau der Social-Media-Präsenz. Ein neues Online-Portal soll Touristen digital und übersichtlich durch die Highlights des Bezirks führen und zudem die Buchung von Hotelzimmern direkt über das Internet ermöglichen. Hinzu kommen Bus-Rundfahrten, thematische Touren und Routen-Vorschläge sowie Restaurantempfehlungen, alles online und gebündelt. Und die Wirtschaftsförderung Spandau kann bereits erste Teilerfolge verbuchen.

Neuer Restaurantführer

So erschien jüngst ein Gastro-Guide, der künftig in den Hotels an Gäste verteilt werden soll. Auch der Ausbau des Havel- und Spreeradweges (das Abendblatt berichtete) soll mehr Besucher anlocken. Anfang Juli fand zudem erstmals das „Wasteless Open Air“ in der Siemensstadt statt, ein Mini-Festival, bei dem Nachhaltigkeit im Vordergrund steht.

Am 7. Oktober steht dann der erste „Spandau tourt“-Tag an. Auf rund fünf Touren mit ganz unterschiedlichen Themenschwerpunkten soll es durch bekannte und unbekannte Abschnitte des Bezirks gehen.

Datum: 4. August 2018, Text: Redaktion/Katja Reichgardt, Bild: Ulf Teichert