Spaziergang durch das Kraftwerk

Berliner Chöre kommen in das ehemalige Heizkraftwerk.

Der leere Raum ist die Möglichkeit eines Ereignisses. Zumindest, wenn am 12. August die zweite Ausgabe von „Menschen am Sonntag – Stimmen im Kraftwerk Berlin“ in das ehemalige Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße lockt. Bereits 2016 organisierten Heiner Mühlenbrock, das Kraftwerk und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa einen Spaziergang durch das Gebäude. Von 12 bis 19 Uhr wird das leere Kraftwerk Berlin für alle Interessierten am Sonntag frei zugänglich sein. Bei dieser zweiten Ausgabe des Sonntagsspazierganges wird stündlich ein neuer Berliner Chor inszeniert, auf verschiedenen Etagen und die Tiefe der Räume nutzend.

Musikalische Erlebnisse

Die Besucher sind aufgefordert, die Chöre und Stimmen mehr oder weniger abzuschreiten, zu umkreisen oder passieren zu lassen – im Gegensatz zu klassischen Inszenierungen, bei denen sich der Chor vor den Zuschauern aufbaut. Nach jedem Chorauftritt gibt es längere Pausen, damit die Leute die leeren Räume auch in aller Ruhe erkunden können. Den Abschluss dieser ungewöhnlichen Sonntagsbegehung bildet die gemeinsame Performance aller Chöre: Zusammen werden diese vielen Stimmen das Kraftwerk mit drei Werken von und nach Gunnar Eriksson, Marc’Antonio Ingegneri und Eric Whitacre zum Klingen bringen und damit die in Berlin beheimatete Stimmvielfalt exemplarisch ausloten. Trotz der Präsenz der Berliner Chöre ist „Menschen am Sonntag – Stimmen im Kraftwerk Berlin“ nicht als Konzert-Ereignis im eigentlichen Sinne zu verstehen, sondern vielmehr als musikalisch untermalte Entdeckungstour in einer Stadt, die für ihre Orte, Räume und Locations berühmt ist. Die Organisatoren wollen damit zeigen, dass es auch mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall noch möglich ist, neue Räume in der Hauptstadt zu erschließen.

Der Veranstaltungsort

Das Kraftwerk Berlin ist zeitgleich zum Mauerbau entstanden, war es bis 1996 als Wärme-Kraftwerk in Betrieb. Zehn Jahre nach der Stilllegung erwarb es Dimitri Hegemann von Vattenfall, und zog dort mit dem Berliner Technoclub Tresor ein. Neben Technoparties und Konzerten werden dort auch regelmäßig Kunstausstellungen, Symposien und Food Messen ausgerichtet. Der Eintritt ist frei.

Datum: 25. Juli 2018, Bild: FineartBerlin Text: Redaktion