Gedenken an NS-Widerständler

 Ehepaar Hampel bekommt Stele.

Am 21. Juli, 11 Uhr, wird die Informationsstele für Elise und Otto Hampel vor dem Rathaus Wedding eingeweiht. Zuvor forderten viele Anwohner und Politiker, den Rathaus-Vorplatz nach dem Ehepaar zu benennen. Diese Forderung wurde zwar abgelehnt, dafür trägt der angrenzende Fußgängerweg nun den Namen der beiden NS-Widerständler. Die Informationsstele, die im Beisein von Bezirksstadträtin Sabine Weißler (Grüne) und Hans-Rainer Sandvoß von der Forschungsstelle der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, eingeweiht wird, soll künftig ebenfalls auf ihr Wirken aufmerksam machen.

Elise und Otto Hampel verteilten im Umfeld ihrer Wohnung im Wedding, aber auch in Charlottenburg, Schöneberg und Kreuzberg von 1940 bis 1942 handbeschriftete Postkarten, in denen sie zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime aufriefen. Zunächst lange unentdeckt, wurden sie 1942 beim Auslegen der Karten beobachtet, denunziert und schließlich am 8. April 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Ihr Handeln gilt heute als ein herausragendes Beispiel für den unorganisierten Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur. Für den Schriftsteller Hans Fallada war das traurige Schicksal des Ehepaars Vorlage für seinen Roman „Jeder stirbt für sich allein“.

Datum: 18. Juli 2018, Text: Redaktion