Bewegung in der Europacity

Erster Spatenstich für zentralen Otto-Weidt-Platz.

Nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt, nimmt eines der aktuell größten Berliner Bauvorhaben immer mehr Form an. Auf dem 40 Hektar großen Areal unweit des Hamburger Bahnhofs wird laut Senat ein „kompaktes, nachhaltiges und klimagerechtes Quartier der Zukunft“ – die sogenannte Europacity – entstehen. Mit dem ersten Spatenstich für den künftigen Otto-Weidt-Platz hat nun auch der Bau des weitläufigen Stadtplatzes im Neubaugebiet begonnen.

Erster Spatenstich

Den ersten Spatenstich setzten Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz und Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin, im Beisein von Zeitzeugin und Schriftstellerin Inge Deutschkron. Namensgeber Otto Weidt versteckte während der Zeit des Nationalsozialismus von der Deportation bedrohte jüdische Mitarbeiter in seiner Blindenwerkstatt oder bei Freunden und Bekannten. Auch Inge Deutschkron arbeitete bis 1943 in der Werkstatt und überlebte dank Weidts Hilfe in unterschiedlichen Verstecken. Künftig soll auf dem zentral gelegenen Platz das Leben toben. Denn für die Europacity sind nicht nur einige Wohn- und Bürogebäude, sondern auch Kindertagesstätten und Schulen geplant. Eine Fußgängerbrücke soll das Viertel zudem mit dem gegenüberliegenden Nordufer verbinden. Als Mittelpunkt des 9.600 Quadratmeter großen Platzes wird ein Brunnen aus einem runden Naturstein angelegt.

„Mit dem Otto-Weidt-Platz ehren wir einen mutigen Menschen, der Zivilcourage bewies und sein eigenes Leben riskierte, um Verfolgten zu helfen. Vorbilder wie Otto Weidt erinnern uns daran, dass wir nicht nachlassen dürfen, laut und deutlich für die Menschenrechte einzutreten. Der nach Otto Weidt benannte begrünte Stadtplatz wird die Erinnerung an diesen „stillen Helden„ wach halten. Der neu gestaltete Platz ist ein weiteres Symbol für ein weltoffenes Berlin“, so die ebenfalls anwesende Senatorin Regine Günther. Entworfen wurden der Platz und der gesamte Freiraum drum herum vom Büro „relais Landschaftsarchitekten“, das als Sieger aus einem freiraumplanerischen Wettbewerb hervorgegangen ist. Die Kosten betragen rund 3,6 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2019/Anfang 2020 geplant.

Text: Katja Reichgardt/Redaktion, Bild: imago/STPP