Chris Dercon tritt als Intendant der Volksbühne zurück

Rücktritt markiert Ende eines viel kritisierten Führungswechsels.

„Der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, und der Intendant der Volksbühne, Chris Dercon, haben sich einvernehmlich darauf verständigt, die Intendanz von Chris Dercon mit sofortiger Wirkung zu beenden“, ließ der Senat am Vormittag verlauten. Beide Parteien seien übereingekommen, dass das Konzept von Chris Decron nicht wie erhofft aufgegangen ist und die Volksbühne dringend einen Neuanfang brache. Der Rücktritt sei der richtige Schritt, um den Weg für diesen Neustart zu ebnen.

Ende nach zwei Jahren

Der belgische Kurator Decron wurde 2015 als Nachfolger von Frank Castorf berufen; eine Entscheidung, die von Beginn an umstritten war. Viele Kritiker befürchteten, dass das Theater seinen Charakter verlieren würde. Gegen die Umwandlung des Traditionstheaters in eine „Eventbude“ gab es immer wieder Proteste. Im September des letzten Jahres besetzten Aktivisten die Bühne mehrere Tage, bis das Theater von der Polizei geräumt wurde. Erst vor wenigen Tagen hatten sich weitere Aktivisten vor den Eingang der Volksbühne gelegt und „Nur über meine Leiche“ skandiert. Auch innerhalb des Ensembles und bei den Zuschauern war der neue Intendant umstritten.

Viel Protest

Zahlreiche namhafte Schauspieler, darunter auch Sophie Rois, verließen das Theater, die ersten Inszenierungen der neuen Spielzeit konnten nur wenige Besucher anlocken. Lederer (Die Linke) betonte in seiner Erklärung aber auch, dass die persönlichen Angriffe gegen Decron inakzeptabel gewesen seien: „Solche Formen der Auseinandersetzung sind unwürdig und entbehren jeder Kultur.“ Für heute ist eine Pressekonferenz zu dem Thema geplant.

Text: Redaktion, Bild: imago/IPON