Weniger Beton und mehr Flair am Franz-Neumann-Platz

Platz soll umgestaltet werden / Kriminalität geht zurück.

Urinlachen, Müllberge, ein unwohles Sicherheitsgefühl und Aufholbedarf bei der Barrierefreiheit: Die Mängelliste des Franz-Neumann-Platzes, besonders im Bereich des U-Bahnhofs, ist lang. Anwohner, Gewerbetreibende, soziale Träger und andere Akteure hatten bei einer Gebietskonferenz im November etliche Kritikpunkte und Wünsche zusammengetragen. Seitdem hat sich einiges getan.

Mehrere Schwerpunkteinsätze

Zum Beispiel beim Thema Sicherheit am U-Bahnhof. Im Dezember und Januar hat die Polizei dort mehrere Schwerpunkteinsätze durchgeführt. Hierbei wurden insgesamt 87 Personen identifiziert, die Straftaten begangen haben. Zumeist handelte es sich dabei um Fälle von Drogenkriminalität, berichtet die Abgeordnete Bettina König (SPD) unter Berufung auf die Polizei. Seit Februar sei die „Begleitkriminalität“ rund um Drogenkonsum deutlich zurückgegangen. Die Kriminalstatistik zeige einen leichten Rückgang der Kriminalität in den letzten Jahren.

Auch bei der Barrierefreiheit geht es voran: Die BVG teilt mit, dass im Jahr 2020 ein Aufzug fertiggestellt sein soll. Die Planungen laufen derzeit, das Genehmigungsverfahren sei eingeleitet. Einige andere Probleme sind offenbar hartnäckiger: Laut Berichten von U-Bahn-Fahrgästen sind Pöbeleien und urinierende junge Männer auf den Bahnsteigen trotz der verstärkten Polizeipräsenz noch immer an der Tagesordnung. Die BVG verweist auf Schwerpunktstreifen des eigenen Sicherheitsdienstes und darauf, dass der Bahnhof „Reinigungskategorie intensiv“ zuzuordnen sei.

Weniger Beton

Was den oberirdischen Bereich des Franz-Neumann-Platzes betrifft, kommen in den nächsten Jahren größere Veränderungen auf den Kiez zu. Im Rahmen des Programms „Aktives Zentrum Residenzstraße“ wird auch dieser Bereich neu gestaltet. Nach mehreren Beteiligungsverfahren mit Anwohnern und der besagten Gebietskonferenz liegen nun verschiedene Konzeptvorschläge für den Platz auf dem Tisch, so König. Einige Kernpunkte sind mehr Grünflächen, weniger Beton und eine bessere Verknüpfung mit dem Schäfersee. Für dieses Jahr sei geplant, einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Platzes auszuschreiben. Zudem werde der Franz-Neumann-Platz vom Aktionsprogramm „Sauberes Berlin“ profitieren. Dafür stehen im laufenden Doppelhaushalt acht Millionen Euro bereit. Damit sollen 100 neue „Müll-Polizisten“, mehr Mülleimer, eine kostenlose Sperrmüllabholung, längere Öffnungszeiten der BSR-Recyclinghöfe und mehr Tütenspender für Hundekot finanziert werden.

Viele Anwohner wünschen sich eine lebendigere Einkaufs- und Gastronomielandschaft an dem verkehrsreichen Ort. Mit der Schließung eines beliebten Cafés habe der Platz in Sachen Erlebnisqualität einen Rückschlag erlitten, so König. „Abseits davon sehe ich insgesamt einen leichten Positivtrend in der Entwicklung. Aber es bleibt noch vieles zu tun und viele Reinickendorfer setzen besonders auf die bauliche Neugestaltung.“

Text: Nils Michaelis, Bild: imago/Schöning