Im Norden kommt es richtig dicke

Wer Berlin verlassen oder in die Stadt hinein will, braucht viel Geduld

Jetzt ist Geduld gefragt: Seit knapp zwei Wochen sind die Arbeiten für den Ersatzneubau der Außenringbrücke im Zuge der A 114 zwischen der Anschlussstelle Schönerlinder Straße und dem Autobahndreieck Pankow in vollem Gange. Dem Verkehr steht dort voraussichtlich bis Ende 2020 sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts jeweils nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Zäher Verkehr

Zeitgleich starteten auch erste Bauvorbereitungen am Autobahndreieck Pankow für den anstehenden Ausbau der Autobahnen 10 und 24 bis Neuruppin. Vor allem im Berufsverkehr müssten sich die Berliner auf Staus oder zähen Verkehr einstellen, teilte die bundeseigene Projektmanagementgesellschaft Bundesfernstraßen (Deges) mit. In einer ersten Verkehrsphase bis Ende dieses Monats werde eine einstreifige Verkehrsführung auf den jeweiligen Richtungsfahrbahnen erfolgen. Anschließend würden beide Fahrstreifen auf die stadteinwärts führende Fahrbahn gelegt. Diese wurde im vergangenen Herbst mit einer zusätzlichen Asphaltschicht versehen, um die hohen Verkehrslasten tragen zu können.

Lebensdauer erreicht

Die 1974 errichtete Außenringbrücke wird aktuell von rund 37.000 Fahrzeugen täglich passiert. Unter ihr verlaufen Gleise der Deutschen Bahn und der S-Bahn Berlin. Das Bauwerk hat seine Lebensdauer erreicht und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser wird beidseitig mit zusätzlichen Standstreifen versehen. Im Zuge des Ersatzneubaus wird zuerst die Brückenhälfte auf der stadtauswärts führenden Seite neu errichtet. Voraussichtlich im Juni dieses Jahres beginnt die Neubauphase mit dem Abriss dieses Teilbauwerks. Im Verlauf der voraussichtlich dreijährigen Bauzeit wird es in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG vereinzelt auch zu kurzen Unterbrechungen des Zugverkehrs kommen. Die Kosten liegen bei rund zehn Millionen Euro, die vom Bund getragen werden.

Sechs Abschnitte

Ab Ende Mai müssen sich Verkehrsteilnehmer dann auch auf dem nördlichen Berliner Ring und auf der A 24 auf erhebliche Verkehrseinschränkungen einstellen. Dann beginnt die heiße Phase des sechsstreifigen Ausbaus der Autobahnen. Auf sechs Abschnitten zwischen der Anschlussstelle Neuruppin und dem Autobahndreieck Pankow wird gleichzeitig gebaut. Insgesamt müssen 38 Brückenbauwerke auf der 65 Kilometer langen Strecke neu errichtet werden. Der Verkehr wird über Ersatzbrücken oder bestehende Brückenhälften geführt. Während auf der A 24 bis Kremmen die vier Fahrspuren komplett erneuert werden, wird die A 10 auf einer Länge von gut 30 Kilometern von vier- auf sechsstreifig ausgebaut. Voll- und Teilsperrungen sollen vermieden werden. Voraussichtlich Ende August wird mit dem Abbruch der alten und dem Bau der neuen Fahrbahn sowie mit Brückenbauarbeiten begonnen.

Für die nächsten 30 Jahre ist die Havellandautobahn GmbH verantwortlich für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen zwischen Pankow und Neuruppin. Das neu gegründete Unternehmen baut im Gewerbegebiet Vehlefanz eine Autobahnmeisterei, in Hennigsdorf ein Lagezentrum auf. Das Projekt wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert. Die Kosten belaufen sich auf 1,4 Milliarden Euro. Die Bauzeit soll viereinhalb Jahre betragen.

Text: Manfred Wolf Bild: imago/Bernd Friedel