Neue Pläne für die Panke

Berlins zweitlängster Fluss soll grundlegend umgestaltet werden.

Damit hatte eigentlich schon niemand mehr gerechnet: Anfang der Karwoche teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit, dass im kommenden Jahr endlich mit der Umsetzung der Wasserrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft begonnen werden und die Panke abschnittsweise so ausgebaut werden solle, dass das Gewässer einen naturgemäßen Zustand erhält. Die in Planung begriffenen Maßnahmen sollen sich bis 2025 hinziehen und umfassen im Wesentlichen die komplette Panke von der Landesgrenze hinter Brandenburg bis zur Mündung in den Spandauer Schifffahrtskanal über eine Länge von 17,6 Kilometer. Gesamtkosten: geschätzte 28,2 Millionen Euro.

Vorbereitende Planung

Zur Erinnerungen: Als erstes gemeinsames Pilotprojekt mit dem Land Brandenburg begannen 2007 die Vorarbeiten für die Entwicklung der Panke von der Quelle bis zur Mündung. Ziel war, Vorgehensweisen in der Maßnahmenplanung und in der Beteiligung für den Prozess der Entwicklung einer guten ökologischen Gewässerqualität im hochurbanen Raum zu erproben. Der „3. Tag der Panke“ am 27. Mai 2008 in Bernau markierte den Auftakt für den aktiven Planungsprozess. Rund 150 Menschen nutzten ihn, um sich eingehend über den Stand der vorbereitenden Maßnahmenplanung informieren zu lassen sowie darüber zu diskutieren. Überdies gab’s 2008 mehrere Bürgerwerkstätten, in denen über die Entwicklung der Panke bis 2015 diskutiert wurde. Bis dahin sollte die Panke auf weiten Strecken ein neues Bett erhalten sowie windungs- und somit abwechslungsreicher fließen.

Massive Kritik

Das Problem: Seit dem „Tag der Panke“ 2012 geriet das Projekt nach und nach aus dem Fokus der Öffentlichkeit. Als die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Ende Juni 2015 die zwölf Ordner umfassenden Planungsunterlagen öffentlich machte, hagelte es massive Kritik. Denn plötzlich war von gravierenden Umgestaltungen von teilweise unter Denkmalschutz stehenden Parkanlagen wie Bürgerpark, Schlosspark Schönhausen oder Schlosspark Buch zu lesen. Nach vielen Einwendungen auch vom damaligen Bezirksamt hat der Senat die Pläne wohl geändert, so werde es die vorgesehenen Baumfällungen nicht mehr geben und auch die Erholungsbereiche in den Parks würden erhalten. Im Bürgerpark etwa sei das Mäandern nur noch im Bereich hinter den Wirtschaftsgebäuden des Grünflächenamtes vorgesehen.

Alternativ werde außerdem die Freifläche neben dem Kinderbauernhof Pinke Panke zur natürlichen Entfaltung des Flusses freigeben. Wie genau die aktuellen Pläne aussehen, weiß bislang nur die zuständige Senatsverwaltung. Sie sollte diese allerdings jetzt schnell veröffentlichen und eine erneute Mitsprache der betroffenen Bürger möglich machen.

Text: Manfred Wolf, Bild: imago/F. Berger