Die Baukarawane zieht stadteinwärts

Im April wird der nächste Teil der Karl-Marx-Straßein Neukölln zur Großbaustelle.

Die Baukolonnen auf der Karl-Marx-Straße ziehen weiter. Im April geht die Komplettsanierung in den dritten Bauabschnitt. Dann wird bis Ende 2021 der Bereich zwischen Briese- und Weichselstraße erneuert. Es gibt viel zu tun. Autofahrer, Anwohner, Geschäftsleute und ÖPNV-Nutzer müssen in dieser Zeit mit einigen Kompromissen rechnen.

Mehr Sicherheit

Wie auch in den bisherigen Bereichen des Umbaus geht es im nunmehr dritten Bauabschnitt um mehr als nur eine neue Fahrbahndecke. Der gesamte Bereich wird umstrukturiert. Unter anderem wird es einen durchgehenden Radfahrstreifen geben. Die uneinheitlichen und teilweise maroden Gehwege werden vereinheitlicht und instandgesetzt. An den Überwegen wird es zukünftig überall Rillenplatten geben, die den Bereich für Sehbehinderte sicherer machen. Insgesamt werden die Gehwege breiter. Ladezonen werden von der Fahrbahn in den bisherigen Gehwegbereich versetzt und mit Pollern abgetrennt, damit es nicht zu Beeinträchtigungen der Fußgänger kommt. Die Straße und vor allem die Radspur sollen auf diese Weise von Lieferfahrzeugen freigehalten werden. Zufahrten und Ladezonen werden durch die Art des Pflasters deutlicher hervorgehoben. Mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer ist ein zentrales Element des Umbaus.

Tunnel abdichten

Der eigentliche Fahrbahnumbau kommt erst als letztes an die Reihe, denn es gibt noch vieles mehr zu tun. Da wäre der U-Bahn-Tunnel, der aus den 20er-Jahren stammt und eine neue Abdichtung braucht. Und dann wären da noch die zahlreichen Leitungen, die durch die Straße führen. Zum Teil sind diese auch schlecht dokumentiert – die Bauverantwortlichen rechnen in diesem Bereich durchaus mit Überraschungen.

Rettungsschneise nötig

Weil während der gesamten Bauzeit die Straße einerseits in einer Fahrtrichtung offen bleiben soll, andererseits aber stets Platz für Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr bleiben muss, wird in mehreren Baufeldern gleichzeitig jeweils auf nur einer Seite gearbeitet. Das führt dazu, dass auch die Arbeiten am U-Bahn-Tunnel immer nur an einer Hälfte des Bauwerks laufen. Da der dritte Bauabschnitt 720 Meter lang ist, wird er außerdem weiter unterteilt: Bis etwa 2019 ist der Bereich bis Erkstraße an der Reihe, danach der bis zur Weichselstraße.

Behinderungen unvermeidbar

Ganz ohne Belastungen für die Anlieger und Verkehrsteilnehmer gehen solche Großbaustellen nie vonstatten. Das Ziel ist es jedoch, diese so gering wie möglich zu halten. So soll es alle 100 Meter Querungsmöglichkeiten für Fußgänger geben. Für Lieferanten werden die Fußwege vom Stellplatz bis zum Ziel nie länger als 50 Meter sein. Die Müllabfuhr soll über Sammelpunkte geschehen. Nicht zu vermeiden: Parkplätze verlagern sich in die Nebenstraßen, die Zufahrt zu Hinterhöfen und Gebäuden sind ein Problemfeld. Zumindest sollen sie zu Fuß erreichbar sein, im Falle von Ärzten oder Geschäften barrierefrei. Die Bauzeit wird auf 7 bis 20 Uhr beschränkt. Die BVG kündigte an, dass es beim Bau der Tunneldichtung dazu kommen könne, dass Zufahrten kurzzeitig nicht zur Verfügung stehen. Dies werde mit Betroffenen abgestimmt.

Weiträumige Umleitung

Während der Bauzeit wird die Straße nur in Richtung Norden befahrbar sein. In Gegenrichtung muss die Umleitung über Hermannstraße, den Britzer Damm und die Blaschkoallee genutzt werden. Für Radfahrer gibt es eine Umfahrung ab Karl-Marx-Straße/Flughafenstraße über Reuter-, Donau- und Richardstraße sowie den Herrnhuter Weg.

Text/Bilder: Oliver Schlappat