Verkehrsknoten entwirren

Senat plant Modernisierung des Autobahndreiecks am Funkturm.

Funkturm, Avus, Zentraler Omnibusbahnhof – und dazwischen die Stadtautobahn A100. Die windet sich an diesem Knotenpunkt so kunstvoll und chaotisch durch die Stadt wie an keinem anderen Ort. Rund 200.000 Autos rollen pro Tag über die Autobahn, Lastwagen noch nicht mal mit eingerechnet.

Knoten entwirren

Um das Gewirr sicherer und moderner zu machen, gab es schon vor Jahren erste Ideen für eine Umgestaltung. Die könnte nun Wirklichkeit werden. „Wegen des schlechten Bauzustandes der Verkehrsinfrastruktur ist die möglichst zügige Erneuerung dieses zentralen und extrem hoch belasteten Verkehrsknotenpunktes wesentlich, der für die Mobilität der Stadt Berlin von elementarer Bedeutung ist“, erklärt jetzt Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) auf eine schriftliche Anfrage des SPD-Politikers Tino Schopf.

Planungen laufen

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) wurde demnach bereits vom Land Berlin mit der Planung und Realisierung des Umbaus beauftragt. Noch in diesem Monat könne mit der Vorplanung für das Bauprojekt begonnen werden. 2021 könnte das Planungsfeststellungsverfahren folgen. Doch sollten leidgeprüfte Autofahrer nicht zu früh mit einer Realisierung der Umbauten rechnen. Immerhin müssen dafür rund 20 Brücken neu gebaut werden. Das ist laut Kirchner „dringend erforderlich“. Hinzu kommen mögliche neue Schallschutzmaßnahmen, eine potenzielle Radschnellroute, technische Abstimmungen – und das alles bei laufendem Betrieb. Das ist laut Kirchner „ein wesentlicher Planungsauftrag für den Umbau des Autobahndreiecks Funkturm. Dabei soll für den Umleitungsverkehr das nachgeordnete Straßennetz, insbesondere auf Straßen mit Wohnbebauung, so weit wie möglich gemieden werden. Zu diesem Zweck werden im Umbaubereich voraussichtlich einige bauzeitliche Behelfsbrücken erforderlich.“

Neue Brücken

Künftig soll es hier sicherer und übersichtlich zugehen. Dadurch soll auch die hohe Zahl an Unfällen an diesem Knotenpunkt reduziert werden. „Veranlassung für den Umbau des Autobahndreiecks Funkturm ist der schlechte Zustand der maßgeblich in den 1960er-Jahren konstruierten Brückenbauwerke und die Verkehrsführung im Knotenpunkt, die nicht dem Stand der Technik hinsichtlich Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs entspricht“. Nicht vom Umbau betroffen sollen der Zentrale Omnibusbahnhof und das ICC sein. Die Anbindung des S-Bahnhofs Westkreuz für Fußgänger und Radfahrer wiederum soll verbessert werden. Die Zukunft des ikonischen Avus-Hotels ist hingegen noch unsicher. Für die Avus-Tribüne wurden jüngst neue Pläne bekannt.

Kosten übernehmen

Für die Baukosten kommt voraussichtlich der Bund auf – im Sinne einer sogenannten Erhaltungsmaßnahme. Die Planungskosten für das knifflige Großprojekt am Funkturm übernimmt laut Kirchner das Land Berlin.

Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/ Wiegand Wagner