Neuer Wirbel um Ku’damm Karree

Vertrag zum Umbau wurde noch nicht unterzeichnet.

Kurz vor der geplanten Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags mit den Eigentümern des Ku’damm Karrees wurde der Termin vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf abgesagt. Grund war erneut die Diskussion um die Zukunft des Museums „Story of Berlin“, das sich in den Räumen des Karrees befindet.

Keine Einigung

Das Bezirksamt habe beschlossen, zwischen dem Eigentümer der Immobilie, Cells, und dem Museum eine Einigung herbeizuführen, bevor die Umbaumaßnahmen beginnen. Beide sollen demnach vorab „zu einem klärenden Gespräch beim Bezirksbürgermeister unter Teilnahme des Stadtentwicklungsstadtrates und der Kulturstadträtin“ erscheinen. An dem ausgehandelten Vertrag solle aber nichts geändert werden. In diesem wurde bereits festgehalten, dass sowohl das Theater im Karree als auch das Museum trotz umfassendem Umbau erhalten bleiben sollen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Uneinigkeiten zwischen den Parteien – vor allem, was die Miete anbelangt. Cells erwarte demnach vom Theater und dem Museum eine sogenannte Kulturmiete. Während das Theater einwilligte und künftig eine Miete im zweistelligen Tausender Bereich zahlen muss, kam es mit dem Museum „Story of Berlin“ bislang zu keiner Einigung.

Die Museumsbetreiber rund um Chef Bernhard Schütte vermuten, dass Cells nach Vertragsabschluss kein Interesse mehr an einem Weiterbetrieb des stadthistorischen Museums haben wird. Cells wiederum bestreitet das.

Viele Streitpunkte

Konfliktpotenzial birgt auch die geplante Neugestaltung und –ausrichtung des Museums. Noch ist unklar, wer für diese aufkommen muss – Cells oder das Museum selber. Auch deshalb fordert das Bauunternehmen die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des zukünftigen Vertragspartners. Bernhard Schütte befürchtet hingegen, die Umzugskosten selber tragen zu müssen, was sich das Museum kaum leisten könne.

Große Pläne

Cells will aus dem Karree einen „öffentlichen Raum“ machen, der unter anderem durch eine neue Fassadengestaltung auffallen und sich in das Bild des Kurfürstendamms eingliedern soll. Die „Story of Berlin“ lockt seit 1999 vor allem Schüler und Touristen in den alten Atombunker. Die ersten Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Ku’damm Karrees laufen bereits. Noch ist das Museum aber von diesen nicht betroffen.

Text: Redaktion/Katja Reichgardt, Bild: imago/Contrast/Pollack