Grünau: Ein Saal soll glänzen – ein anderer muss weichen

Bauanträge für Riviera-Projekt sind genehmigt. Arbeiten starten noch in diesem Jahr.

Abgeblätterter Putz an den Wänden und der Decke, zentimeterdicke Staubschichten, großflächige Schimmelflecken, zugenagelte Fenster und ein Parkett mit mehr Löchern als Holz auf der Fläche – das ist der traurige Zustand des Ballsaales im einst so glanzvollen Riviera-Haus. Seit fast 30 Jahren schlummert hier das architektonische Kleinod im Dornröschenschlaf. Wo einst Palmen die neun Meter hohen Wände schmückten, große vierbahnige Rundbogenfenster das Tageslicht üppig eintreten ließen und verzierte Nischen, Giebel und Säulen das prächtige Tanzparkett auf allen vier Seiten umschlossen, regiert der Verfall.

Damit soll bald Schluss sein. Geht es nämlich nach den Plänen von Amt und Bauträgern, könnte das Riviera-Haus auf dem Areal in der Grünauer Regattastraße bald wieder im üppigen, historischen Glanz erstrahlen.

Der Bauvorbescheid ist erteilt

Die Errichtung einer Seniorenwohnanlage auf dem weiträumigen Gelände neben dem historischen Gebäude soll dabei die Voraussetzungen schaffen. „Die Bauanträge sind gestellt, ein Bauvorbescheid mit dem Titel „Neubau einer Seniorenanlage und kleiner Gastronomie unter Erhaltung des historischen Ballsaales Riviera“ ist seit Februar 2017 erteilt“, so Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). Unter Berücksichtigung aller denkmalpflegerischen Prämissen könne der Baustart noch in diesem Jahr erfolgen.

Seniorenwohnanlage entsteht in der Nachbarschaft

Mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro wird die Terragon AG dann rund 200 „hochwertige Eigentumswohnungen” als Seniorenwohnanlage auf dem Gelände in insgesamt vier neuen Gebäuden sowie in das dann sanierte und gößrtenteil umgebaute Gesellschaftshaus bauen. Mit zum Geschäft gehört zwar die Verpflichtung der Terragon, den Ballsaal des „Riviera“ zu sanieren, der dann als Gastronomie- und Veranstaltungsraum öffentlich nutzbar sein wird – der prächtige historische Saal des Gesellschaftshauses hingegen wird dem Umbau mit den Seniorenwohnungen zum Opfer fallen. Auch für diesen Teil der Maßnahme gilt der Bauvorbescheid.

Der Saal des Gesellschaftshauses auf dem Gelände wird Seniorenwohnungen weichen müssen.

Öffentliche Zugänglichkeit gesichert

Auch der Uferweg entlang der Dahme soll frei zugänglich ausgebaut werden und von der Regattastraße erreichbar sein. „Die Öffnung der Wohnanlage nach außen war uns von Beginn an ein wichtiges Anliegen, da ihre künftigen Bewohner das Kommen und Gehen von Besuchern schätzen und als Bereicherung ihres Alltags empfinden“, sagt Michael Held, Vorstandsvorsitzender der Terragon AG zum Charakter des Projektes und ergänzt: „Die beiden Baudenkmäler sind dabei für uns ein guter Anknüpfungspunkt für das Wohnprojekt.“

Sanierungskosten stehen noch nicht fest

Restaurator Ulrich Schneider war in den vergangenen Monaten vom Denkmalschutz beauftragt worden, die Substanz der beiden historischen Gebäude zu untersuchen. Die Ergebnisse dazu werden im Mai 2018 innerhalb einer Ausstellung präsentiert. Eine Einschätzung der Sanierungskosten zu Riviera- und Gesellschaftshaus wird auf der Grundlage seiner Ergebnisse noch in Zusammenarbeit mit der oberen und unteren Denkmalschutzbehörde vorgenommen. Die Fertigstellung aller Gebäude des Riviera-Projektes ist für Ende 2020 geplant.

Text: Stefan Bartylla, Bild: Restaurator Ulrich Schneider