Flüchtlingsunterkunft auf Werneuchener Wiese

Auch in Pankow zwei neue Standort für sogenannte MUF.

Platz wäre auf der Werneuchender Wiese eigentlich genug für alle: für die Beachvolleyballer, für die Stadtgärtner vom Bürgerprojekt „Kunst & Gemüse“ – und für geflüchtete Menschen, die – so haben es Senat und Bezirk vereinbart – hier bald in einer sogenannten Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) Unterschlupf finden sollen. Das Areal an der Kniprodestraße ist einer von zwei neuen MUF-Standorten im Bezirk. Eine zweiter Bau soll in Weißensee an der Rennbahnstraße errichtet werden.

Hoher Bedarf

Von den 60 MUF, die im Rahmen eines Senatsbeschlusses von 2016 avisiert wurden, sind zehn fertiggestellt. Darunter eine Unterkunft in der Wolfgang-Heinz-Straße in Buch. 19 MUF befinden sich derzeit in der Umsetzung. Senat und Bezirke hatten sich darauf verständigt, dass weitere Standorte notwendig sind, um den hohen Bedarf an Kapazitäten langfristig zu decken. Der Beschluss sieht vor, dass pro Bezirk jeweils zwei Standorte realisiert werden sollen. Bei der Auswahl von Standorten werden vorrangig Grundstücke berücksichtigt, die im Vermögen der Bezirke, im Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds oder im Eigentum des Bundes sind. Hinzu kommen Grundstücke landeseigener Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften.

Die neuen MUF sind für die Wohnraumversorgung von Bedeutung, da diese zunächst für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt und später dem regulären Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden. Der Senat stärkt damit das Angebot an öffentlichem Wohnraum. Den Bau der MUF übernehmen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Gemeinsamer Wille

Integrationssenatorin Elke Breitenbach betonte, dass noch immer rund 22.000 Geflüchtete in Gemeinschafts- oder in Notunterkünften leben müssten. Der jüngste Beschluss zeuge vom gemeinsamen Willen von Senat und Bezirken, mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Wohnungssuchenden zu schaffen. Die modularen Bauten könnten später Menschen mit wenig Einkommen bezahlbaren Wohnraum bieten.

Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen ergänzte: „Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt uns vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit der Entscheidung, modulare Unterkünfte zu bauen, den richtigen Weg eingeschlagen haben. Auch wenn es über die Standorte in den letzten zwei Jahren rege Diskussionen gab – es hat sich gezeigt, dass diese Projekte richtig und wichtig sind.“ Mit dem Bau der MUF würde nicht nur die adäquate Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sichergestellt, sondern auch notwendige Vorkehrungen für die künftige Wohnraumversorgung getroffen.

„Wenn die MUF zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt werden“, so die Stadtentwicklungssenatorin, Katrin Lompscher, „können sie, aufgrund der modularen Bauweise, mit nur geringen Umbaumaßnahmen, als Wohnungsstandorte genutzt werden.“ Dies sei überaus nachhaltig und leiste einen großen Beitrag für die bessere Wohnraumversorgung der Berliner.

Text: Manfred Wolf Bild: Imago / Jürgen Heinrich