Platz schaffen für Campus Ohlauer Straße

Baumfäll-Arbeiten sind Vorbereitung für ein Bauprojekt, das integrativen Wohnraum schaffen soll

Etwas mehr als einen Monat nach der Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg haben auf dem Gelände die ersten Vorbereitungen für den Bau des „Campus Ohlauer Straße“ begonnen. In dem Gebäudekomplex sollen 120 Wohnungen entstehen – überwiegend für Menschen, die sich das Leben in dem Kiez ansonsten wohl nicht mehr leisten können.

Die Howoge, größter kommunale Bauträger, plant auf dem Gelände 120 Wohnungen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um ein integratives Wohnbauprojekt. Dort sollen Frauen mit Kindern, Studenten, einkommensschwache Familien und Geflüchtete einziehen können. Gesonderte Konzepte für wohnungslose Frauen sind darüber hinaus noch vorgesehen.

Geförderte Wohnungen

Ein hoher Anteil der Wohnungen werde als geförderter Wohnraum vermietet. Auf Nachfrage des Abendblatts konkretisierte eine Unternehmenssprecherin, dass von den 120 Wohnungen voraussichtlich 66 gefördert werden. Das liegt über dem gängigen Anteil bei anderen Bauprojekten. Die Howoge beschreibt das Projekt als eines mit gemeinschaftlichen Wohnkonzepten, welche das Zusammenleben unter den unterschiedlichen Bewohnern fördern soll. In dem fünf- bis siebenstöckigen Gebäuderiegel soll Platz für die Else-Ury-Bibliothek sein, welche an diesen Standort ziehen wird. Außerdem ist eine Tiefgarage für etwa 200 Fahrräder vorgesehen. Ein sozialer Träger soll die integrativen Bestandteile des Wohnkonzepts umsetzen.

Baustart naht

In den letzten Tagen und Wochen wurde damit begonnen, Bäume zu fällen, die dem Bauprojekt im Weg stehen. Im Sommer soll dann der Flachbau abgerissen und die Baugrube ausgehoben werden. Die eigentlichen Bauarbeiten, so das Unternehmen, würden dann im Herbst starten.

Weitere Pläne

Die Fertigstellung ist derzeit für Oktober 2020 geplant. Zu den weiteren Plänen für das Gelände gehört auch der Aufbau eines Flüchtlingszentrums im südlichen Teil des Schulgebäudes. Dort soll es Beratungs- und Betreuungsangebote geben. Wie die aussehen, wer sie gestalten wird und wann die Umbauarbeiten beginnen können, ist unklar. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann hatte im Zusammenhang mit der Räumung der Schule im Januar angekündigt, die Planungen für das Flüchtlingszentrum könnten nun endlich beginnen.

Text/Bild: Oliver Schlappat