Trendgetränk aus Omas Zeiten

Berliner Start-up will den deutschen Markt mit Bio-Brühe erobern.

Schon vor 50 Jahren galt die gute alte Brühe als Wundermittel. Die ältere Generation schwört deshalb immer noch auf die wohltuende Wirkung der meist aus ausgekochten Knochen gewonnenen Suppe. Und sie dürften sich auch über das große Aufsehen wundern, das gerade um das als neues Superfood angepriesene Getränk gemacht wird. In den USA schlürfen die Großstädter schon seit Monaten ihre „Brühe to go“ aus Pappbechern. In Deutschland ist das flüssige Superfood nun ebenfalls angekommen.

Vor allem das Berliner Unternehmen „Bone Brox“ will das neu entdeckte Wundermittel in die deutschen Supermarktregale bringen. Jüngst stellten sie ihre Brühe vom Freilandhuhn oder Weiderind in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ vor und zeigten, dass sie offensichtlich den Nerv unserer Zeit getroffen haben. Auch die Juroren waren von ihrer Idee überzeugt, schreckten die beiden Gründer Konrad Knops und Jin-Woo Bae aber mit zu hohen Anteilsforderungen ab. Gut, dass sich kurz nach der Aufzeichnung ein andere finanzstarker Investor fand. Mittlerweile finden Kunden die Brühe im Glas in 450 Läden.

Modernes Gewand

Seitdem hat sich bei den Gründern viel getan. Berliner haben sogar die Möglichkeit sich ihre „Brühe to go“ zu besorgen. Bereits im Sommer verkaufte „Bone Brox“ ihre Suppe in – natürlich biologisch abbaubaren – To-Go-Bechern im Weinbergsweg. Hier eröffnet nun auch ein winterlicher Pop-Up Store seine Türen. Ähnliche Shops gibt es Hamburg und in Wien. Das Besondere an ihrer Variation des Rezeptes aus Omas Zeit: Es ist längst in der Moderne angekommen. Und das bedeutet in Zeiten, in denen vermehrt auf Bio-Qualität und Superfood gesetzt wird, dass ausschließlich frisches Gemüse, Kräuter und Gewürze verwendet werden.

Bio-Qualität

Die Bio-Knochen werden 18 Stunden lang in gefiltertem und vitalisierendem Wasser gekocht. Übrigens arbeiten die Macher natürlich längst an einer vegetarischen Ausgabe der Knochenbrühe. Wer nicht bereit ist, Geld für den traditionellen Gesundmacher auszugeben, kann sich die Brühe auch einfach selber machen. Dass das einfacher ist als gedacht und auch ohne 18-stündiges Kochen der Suppe geht, zeigt das nebenstehende Rezept.

 

Rezept für Rinderbrühe

  • Ein Kilogramm Rindfleisch mit Knochen
  • Eine Zwiebel
  • Halbe Stange Staudensellerie
  • Halbe Stange Porree
  • Zwei Möhren
  • Vier Lorbeerblätter
  • Ein Tl schwarze Pfefferkörner
  • Zwei Stiele Petersilie/Liebstöckel

Anleitung

1. Das Fleisch in drei Liter kaltem Wasser zunächst zum Kochen bringen, salzen und bei milder Hitze 1,5 Stunden kochen lassen.

2. Gemüse anbraten und Kräuter waschen. Beides zur Brühe hinzugeben und diese für weitere 45 Minuten köcheln lassen.

3. In Suppenteller füllen und sofort servieren. Guten Appetit!

Katja Reichgardt, Bild: Brox / Léonard Méchineau