Baustart erst in sieben Jahren

A111: Lange Verzögerung hat Folgen für Reinickendorf.

Es war 2011, als der Berliner Senat die Erneuerung und Sanierung des Autobahnabschnitts der A111 für das Jahr 2014 in Aussicht stellte. Passiert ist seitdem auch drei Jahre später noch nichts. Eine aktuelle Anfrage an den Senat durch den Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen (CDU) ergab nun, dass das Autobahnbauprojekt sich noch einmal erheblich verzögern wird. Laut Antwort des Senats werden erste Baumaßnahmen auf der A111 voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2021 stattfinden. Das auch für den Reinickendorfer Verkehr so wichtige Infrastrukturprojekt verzögert sich also nochmals um mindestens sieben Jahre.

Dringender Bedarf

„Berlin ist eine wachsende Stadt mit wachsendem Verkehr. Hinzu kommen immer mehr Pendler, die täglich aus Oberhavel über die A111 nach Berlin fahren. Der Autobahnabschnitt hier in Reinickendorf ist ein wichtiges Einfahrtstor für den Güterverkehr. Und auch der Fernbus-Markt boomt seit einigen Jahren gerade in der Hauptstadt enorm. Sieben Jahre Verzögerung sind in Anbetracht dieser Sachlage überhaupt nicht hinnehmbar“, so Zeelens Fazit. Laut Bundesamt für Güterverkehr steigt das Aufkommen pro Jahr in Deutschland um etwa ein Prozent.

Hinzu kommen die Güterfahrten, bei denen Deutschland nur als Transitland durchfahren wird. Weiterhin arbeiten derzeit rund 32.000 Menschen aus Oberhavel in Berlin, von denen ein Großteil die Autobahn nutzt. „Gerade deshalb müssen Verzögerungen jetzt vermieden werden. Die Straßeninfrastruktur ist ein wichtiger Berliner Standortfaktor“, so Zeelen. Schon seit Jahren setzt er sich dafür ein, dass die irreführende Beschilderung geändert und in den Autobahntunneln die Funkabdeckung für Radio und Mobiltelefone modernisiert wird. Derzeit brechen die Signale beim Einfahren immer noch ab.

Weitere Unklarheiten

Einige Antworten bleibt der Senat dem Abgeordneten Zeelen in der Anfrage dennoch schuldig. So ist immer noch unklar, wie die Verkehrsströme während der Baumaßnahmen umgeleitet werden sollen. Es drohe ein Verkehrskollaps, sollte die BVG tatsächlich parallel ab dem Jahr 2021 die U6-Trasse zwischen Tegel und Kurt-Schumacher-Platz grundsanieren. Auch die Dauer der A111-Baumaßnahme kann seitens des Senats derzeit nicht seriös beantwortet werden. Fest steht jedoch nach aktuellen Schätzungen schon, dass die Baumaßnahme voraussichtlich etwa 750 Millionen Euro kosten wird.

Red/Ylla, Bild: imago / Jürgen Ritter