Vom Kino in den Hangar

AlliiertenMuseum soll nach Tempelhof umziehen / Termin ungewiss.

Steglitz-Zehlendorf bangt um eine weitere museale Attraktion. Das AlliiertenMuseum will weg aus der Clayallee. Seit Jahren liebäugelt es mit einem Umzug nach Tempelhof. Dort angesiedelt im Hangar 7, kämen seine international anerkannten Exponate auf völlig neue Art zur Geltung. Auf fast 4.000 Quadratmetern böte sich eine großzügige Heimat für den britischen Luftbrücke-Transporter, die legendäre Checkpoint Charlie-Kontrollbaracke oder den Eskortewaggon des französischen Militärzuges. Authentisch an einem Ort der Zeitgeschichte mit reichlichem Potenzial, seine beeindruckende Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Zudem die Chance, näher an der City mehr Publikum anzulocken.

Immer enger

In der jetzigen Heimstatt ist das alles nicht möglich. Die überwiegend denkmalgeschützten Gebäude auf dem ehemaligen Standort der Amerikaner lassen keine Erweiterung zu. Unablässig wuchs die Zahl der Exponate und es wurde immer enger im früheren Kino „Outpost“ . Schwierig ist das Ausrichten von Sonderausstellungen, die vor allem Jugendlichen die Zeit des Kalten Kriegs vermitteln sollten. Die einzige Lösung wäre ein Neubau gewesen, doch der wurde als zu teuer verworfen, Doch so schnell schießen die Berliner mit ihren Neubau- und Umzugsprojekten nicht.

Der Standort an der Clayallee platzt aus allen Nähten

Zwar hatte der Bund im Jahr 2015 den Umzug zu einer kulturpolitischen Priorität erklärt und dafür an die 27 Millionen Euro bewilligt. Aus dem Senat heißt es, gegenwärtig würde an einem Mietvertrag für Hangar 7 gearbeitet. „Nach Vertragsunterzeichnung soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden, um das Gebäude für eine moderne, museale Nutzung zu ertüchtigen“, so Europa-Staatssekretär Gerry Woop (Linke) auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sabine Bangert. Der Siegerentwurf sei Grundlage für die anstehenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen.

Der Bund, Eigentümer des ehemaligen Alliierten-Areals an der Clayallee und des Tempelhofer Hangars, sagt zur Zukunft der Liegenschaften nichts Konkretes. „Bislang haben das AlliiertenMuseum und die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien uns gegenüber keine Frei- und Rückgabe des US-Soldatenkinos und der Gesamtliegenschaft in der Clayallee erklärt“, sagt Thorsten Grützner von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Jürgen Zweigert, Bilder: AlliiertenMuseum/Chodan