Den Alexanderplatz doppelt im Blick

Polizei: Neue Wache soll bereits ab Ende des Jahres rund um die Uhr besetzt sein und zusammen mit mehr Videoüberwachung das Sicherheitsgefühl am Kriminalitässchwerpunkt steigern.

Ein mulmiges Gefühl im Bauch beschleicht so manchen beim Gang über den Alexanderplatz. Nicht ohne Grund, gehört er doch zu den kriminalitätsbelasteten Orten der Stadt. Mit dem Bau der neuen Polizeiwache in unmittelbarer Nähe zum U-Bahn-Eingang nahe der Weltzeituhr soll sich das bald ändern – und auch mehr Videoüberwachung soll dabei helfen, dass Menschen sich dort wieder sicherer fühlen. „Wir gehen heute einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem sichereren Berlin“, sagte Innensenator Andreas Geisel beim symbolischen ersten Spatenstich für die Wache in der vergangenen Woche. Die Wache solle ein Anlaufpunkt für Berliner und Touristen werden, fuhr Geisel fort.

Funktionale Anlaufstelle

Die Wache wird ein funktionales Gebäude sein, wie man es auch von anderen Orten in der Stadt kennt. Rund 70 Quadratmeter groß wird sie sein, Platz für 20 Mitarbeiter soll sie bieten, an 365 Tagen im Jahr ständig mit mindestens drei Personen besetzt – und sie soll auch eine Anlaufstelle und Arbeitsstätte für Bundespolizei und Ordnungsamt sein. Noch Ende dieses Jahres, so lautet der Plan, soll die neue Wache fertig und einsatzbereit sein.

Ferngesteuerte Kameras

In eine Testphase geht auch eine neue mobile Videoüberwachungstechnik, die nicht nur am Alexanderplatz, sondern auch an anderen kriminalitätsbelasteten Orten im Stadtgebiet eingesetzt werden soll. Die Geräte erinnern von ihren Ausmaßen her entfernt an mobile Toilettenhäuschen und werden von Einsatzfahrzeugen aus bedient. Innensenator Geisel betonte in diesem Zusammenhang, dass die Überwachungstechnik klug und maßvoll eingesetzt werden solle. Bekanntlich gibt es häufig Kritik am Ausbau der Videoüberwachung.

Der Alexanderplatz ist einer der Orte, bei dem das subjektive Sicherheitsgefühl und die Kriminalitätsstatistik eine ähnliche Sprache sprechen. Mehr als 7800 Straftaten gab es dort allein im Jahr 2016. Damit liegt er auf dem unrühmlichen Platz eins in der Liste der so genannten „kriminalitätsbelasteten Orte“ in der Stadt. Aus Sicht von Polizeipräsident Klaus Kandt hat die Polizei bereits vieles zur Verbesserung der Sicherheitslage am Alexanderplatz unternommen.

Ferner verweist diese auch auf die Zahl an Menschen, die den Alexanderplatz täglich frequentieren, sowie auf die jährlich hohe Anzahl an Neubürgern., die automatisch zu mehr Kriminalität führe. Im ersten Quartal sei die Zahl der Taschendiebstähle und Raubdelikte bereits deutlich zurückgegangen. Die neue Alexanderplatz-Wache, so Klaus Kandt, werde für das subjektive Sicherheitsgefühl ein weiterer wichtiger Meilenstein sein. Bisher war am Alexanderplatz eine mobile Wache im Einsatz, allerdings nicht rund um die Uhr.

Red., Bild: Stefan Bartylla