Was wird aus dem Maifeld?

Der Olympiapark muss dringend modernisiert werden, die Kosten explodieren.

Gerade noch war das Maifeld Austragungsort der beliebten Pyronale und lockte knapp 40.000 Zuschauer mit dem bunten Feuerwerksspektakel. Jetzt gehen die Gespräche über die Zukunft des Geländes in die nächste Runde. Diskutiert werden nicht nur die steigenden Kosten für die geplante Modernisierung, sondern auch alternative Nutzungsmöglichkeiten. Dafür setzt sich aktuell auch der SPD-Sportexperte Dennis Buchner ein. „Das Maifeld ist ein Ort, den man anders vermarkten könnte“, so der Sozialdemokrat. Denkbar wären beispielsweise Konzerte oder Festivals.

Insgesamt zehn Veranstaltungen finden im Jahr auf dem Areal auf dem denkmalgeschützten Olympiapark statt, wobei die Pyronale das mit Abstand am besten besuchte Event auf dieser Liste ist. Für eine erweiterte Nutzung des Geländes ist die geplante Modernisierung unumgänglich. Die Sanierung der historischen Gebäude und Sportanlagen wird aber voraussichtlich deutlich teurer als bisher geplant. Die explodierenden Kosten überraschen auch Dennis Buchner: „Das schockt mich ein bisschen. Das ist ein Kernproblem, alles am Olympiapark wird teurer.“ Damit spielt er auch auf die Tribünen im Freibad des Olympiaparks an, die eigentlich nicht mehr benötigt werden.

Alles wird teurer

Die für ihre Modernisierung ursprünglich veranschlagten 8,8 Millionen Euro wurden bald auf 15 Millionen und schließlich auf 20,7 Millionen Euro hochgestuft. Auch das Gebäude, in dem sich das Sportgebäude befindet, bedarf einiger Erneuerungen: das Dach ist undicht, die Türen aufgrund der eintretenden Feuchtigkeit verzogen. Dadurch verzögere sich auch die eigentlich bereits für 2017 geplante Eröffnung des Museums. Auch ein Hertha-Museum ist weiterhin in Planung. Das sollte ebenfalls in diesem Jahr, pünktlich zum 125. Jubiläum des Traditionsvereins, eröffnen.

Was wird aus dem ehemaligen Olympia-Schwimmbad?

Auch Kooperationen mit dem Olympiastadion sind denkbar

Wann die Umbauten und die Eröffnungen nun stattfinden, steht noch in den Sternen. Eine Verwirklichung im kommenden Jahr gilt aber bislang als unwahrscheinlich. Für die Zukunft erhoffen sich die Museums- und Ausstellungsbetreiber mehr Besucher. Die dürften im kommenden September in den Olympiapark strömen. Wie die Veranstalter des Lollapalooza Festivals vor wenigen Tagen bekannt gaben, zieht es das Festival im nächsten Jahr in den Westen Berlins. Nach dem Flughafen Tempelhof, dem Treptower Park und dem Hoppegarten, geht es dann für rund 85.000 Besucher in den Olympiapark.

Zusammenarbeit möglich

Auch eine Kooperation mit dem Olympiastadion ist möglich. Das wird immerhin jedes Jahr von 300.000 Menschen besucht – und das außerhalb der Fußball- und Leichtathletik-Events. Wobei auch dessen Zukunft gerade noch ungewiss ist. Die gesamte Anlage gehört zu den wohl bedeutendsten Sportanlagen des 20. Jahrhunderts, die anlässlich der Olympischen Spiele im Jahr 1936 erbaut wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände von den britischen Alliierten als Hauptquartier genutzt und erst im Jahr 1994 dem Land Berlin überlassen. Seither nutzt die Hertha das Stadion als Heimspiel- und Trainingsstätte. Auch zum regelmäßig stattfindenden Istaf strömen die Massen in das 75.000 Plätze fassende Stadion in Westend.

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