Leben und Träumen in Marzahn

Kunstprojekt: Kinder und Jugendliche gestalten Ausstellung „Lebens(t)räume“ und sagen: Hier bin ich zu Hause!

Angelina Bauer träumt vom Bauchtanzen. Die Jugendliche aus Marzahn hat ihren Traum großflächig auf Papier gebannt – eine Bauchtänzerin, abstrakt und farbenprächtig, die ein Stück Lebensgefühl des jungen Mädchens widerspiegelt. Ihr Werk ist Teil der Ausstellung „Lebens(t)räume“, die vom 7. bis 20. September in der „Pyramide“ das Beste an kreativer Auseinandersetzung Marzahner und Hellersdorfer Jungen und Mädchen mit ihrem realen Alltag präsentiert. Sie betätigen sich in Projekten der Jugendhilfe, sind kleine und größere Stadtentdecker, aufmerksame Beobachter ihrer Umwelt, die sensibel das Geschehen im Großbezirk aufnehmen. Monatelang haben sie gemeinsam mit anderen Kindern und ihren Betreuern in verschiedenen Kunstgenres getüftelt und gewerkelt, gemalt, gebastelt, gefilmt, gesprüht, um zu zeigen: Hier ist Marzahn! Hier ist mein Zuhause! Hier wachsen meine Träume – und hier will ich dafür sorgen, dass sie wahr werden.

Die Auswahl

„Ein hartes Stück Jury-Arbeit, aus den rund 100 Einsendungen die besten auszuwählen“, meint Frank Begemann, Chef des „Dissens – Pädagogik und Kunst im Kontext e.V“. Der mitten im Leben auf der Marzahner Promenade angesiedelte Verein kuratiert die „Lebens(t)räume“  – ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgruppen Familienförderung, Hilfen zur Erziehung und des Jugendamtes Marzahn. „Klar sollten viele der Einsender ihre Chance bekommen. Darüber entschieden in der Jury auch die Kinder selbst mit. Die Teenies müssen erfahren, dass es Sinn macht, was sie tun und dass wir ihre Sicht auf ihr Leben achten und wertschätzen“, sagt Begemann.  Achtung und Wertschätzung sind die Leitlinien, Pädagogik und Kunst die Instrumente, mit denen der Bildende Künstler sowie diplomierte Sozialpädagoge und sein 20-köpfiges Team im Auftrag des Jugendamtes Familienhilfen organisieren, die Erziehung Jugendlicher mit schwierigen Biografien begleiten, aber auch vielfältige  Kunstprojekte auf die Beine stellen. „Meine Vorgängerin war sportlich hoch engagiert, da gab es viel Sport, vor allem Fußball“, lacht Begemann. „Derzeit machen wir mehr in Kunst, um die Fähigkeiten und Kompetenzen der uns anvertrauten Jugendlichen zu fördern.“

Die „Lebens(t)räume“ sind vom 7. bis 20. September 2017 im „Ausstellungszentrum Pyramide“, Riesaer Straße 94, 12627 Berlin, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, zu besichtigen. Auf der Abschlussveranstaltung am 20. September werden ausgewählte Exponate versteigert und Publikumspreise vergeben.

lebenstraeume-marzahn-hellersdorf.de

dissens-paedagogik-kunst.de

Text und Bild: Jürgen Zweigert