Vorstellung „Das Weiszheithaus“

Buch: Holger Siemann präsentiert seinen neuen Berlin-Roman.

BuchHolger Siemann präsentiert seinen neuen Berlin-Roman Für alle Kiezbewohner und Berlin-Interessierte gibt es am 14. September eine besondere Buchvorstellung. Dann präsentiert der Berliner Autor Holger Siemann im Gespräch mit Knut Elstermann seinen in der Kopenhagener Straße angesiedelten Roman „Das Weiszheithaus“. Passenderweise findet die Buchpremiere in der REH Kunst – RaumErweiterungsHalle in der Kopenhagener Straße 16 statt. Genau hier befindet sich auch das Haus, das Siemanns Protagonist Sven Gabbert 2011 überraschend erbt. Neben 30 Wohnungen beherbergt das im Jahr 1900 erbaute Gebäude aber nicht nur reichlich Platz, sondern auf dem Dachboden auch ein skurriles Archiv. Genauer gesagt Hunderte  Manuskripte, Briefe und Tagebücher des  DDR-Schriftstellers Kurt Weiszheit. Dessen Familie lebte selber Jahrzehnte lang in dem Eckhaus, das später den Beinamen „Weiszheithaus“ tragen sollte. Durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt, verbringt Gabbert seine Tage fortan damit sich durch die Dokumente zu arbeiten. Dabei stößt er auch auf Fotos, amtliche Schreiben und Dokumente anderer Bewohner. So ergibt sich ein Bild über die vielen Mieter, die das Haus seit seiner Erbauung bewohnt haben müssen: Jüdische Kommunisten,  ledige Mütter, ein Arzt, Fotografen, Restaurantbetreiber, Faschisten, chilenische Musiker, Stasi-Mitarbeiter und natürlich der schwule Schriftsteller Kurt Weiszheit.

Die scheinbar üppige Quellenlage erweist sich im Laufe seiner Recherchen als Mahlstrom. Weiszheits Geschichten widersprechen sich selbst, Tagebücher und Aufzeichnungen belegen oft das Gegenteil. Gabbert kann bald nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Anhand subjektiver Dokumente erzählt er die Geschichte seines Berliner Mietshauses und gibt einen Blick auf das Berliner Leben von den Gründerjahren bis zur Gegenwart. Holger Siemann, Jahrgang 1962, wurde in Leipzig geboren, lebt aber seit seiner Studienzeit an der Humboldt-Universität in der Hauptstadt und der Uckermark. Er arbeitete als Offizier, Schauspieler, Sozialwissenschaftler, Familienhelfer, Journalist und ist Autor zahlreicher Hörbücher, Features und zweier Romane. Die Vorstellung seines im Dörlemann Verlag erscheinenden Buches beginnt um 20 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

 red, Bild:Barbara Dietll