Visionen für Ernst-Reuter-Platz

Stadtplanung: Ausstellung zeigt Entwürfe eines studentischen Wettbewerbs.

Wunderbar großzügig oder nichtssagend und leer? Am Ernst-Reuter-Platz scheiden sich seit Jahrzehnten die Geister. Nun hat sich ein Studentenwettbewerb an der Technischen Universität Berlin mit Visionen für den Knotenpunkt beschäftigt, für den nach dem Krieg eine breite Schneise in die ursprüngliche Bebauung geschlagen worden war.

Einer der Siegerentwürfe sieht vor, den Platz auszuheben und dort eine neue, und zwar unterirdische Zentral- und Landesbibliothek für Berlin zu bauen. Erarbeitet haben ihn die aus Hamburg kommenden Architekturstudenten Jonas Käckenmester, David Lücken und Daniel Pehl. Das andere Konzept, das sich durchsetzen konnte, sieht vor, den Platz zu verengen und an der Nordseite einen  rechteckigen Platz anzulegen, die Straße des 17. Juni als breite Allee durchzuführen und nahezu sämtlichen verfügbaren Raum mit neuen Hochhäusern zuzustellen.
Komplizierte Verhältnisse. Ob und wann die Ideen der Studierenden jemals umgesetzt werden, steht in den Sternen. „Das war ein klassischer studentischer Ideenwettbewerb und kein Realisierungswettbewerb“, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne), der der Jury angehört hat. Gleichwohl begeistert er sich für die Idee einer unterirdischen Bibliothek. Bislang seien allerdings keinerlei größer angelegte Maßnahmen zur Umgestaltung des Rondells geplant. Das liege auch daran, dass dafür vielerlei Eigentümer mit ins Boot geholt werden müssten. Ebenso klar ist für Schruoeffeneger aber auch: „Der Platz in seiner jetzigen Gestalt ist eine mittlere Katastrophe.“ Claudia Komrei, die Vorsitzende des Deutschen Werkbunds Berlin, kritisiert die  komplizierten Denkmalschutzbelange am Ernst-Reuter-Platz.  Zudem müsse endlich ein Masterplan für die Entwicklung der City West her, in der nicht jedes Grundstück und jedes Projekt vereinzelt betrachtet wird. Hierbei spiele der Ernst-Reuter-Platz eine Schlüsselrolle zu.

Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen möchte: Die studentischen Arbeiten können im Archtitektur-Museum der TU (Straße des 17. Juni 152) besichtigt werden,

red/nm