Wiesenburg vor gravierendem Wandel

Baupläne: Erstmals wurden Arbeiten der Architekten gezeigt.

ie Degewo hatte zur Entwicklung einer genehmigungsfähigen Lösung für Wohnungsneubau auf dem Gelände des früheren Obdachlosenasyls Wiesenburg im Mai ein zweistufiges Werkstattverfahren gestartet. Unter Federführung des Architekturbüros DAHM Architekten + Ingenieure GmbH wurde ein erstes Bebauungskonzept für eine Teilfläche des geschichtsträchtigen Areals weiterentwickelt. Unlängst fand das Abschlusskolloquium mit Vertretern aus Bezirk, Stadtplanung, Denkmalpflege, Quartiersmanagement Pankstraße und dem Verein Die Wiesenburg e.V. statt.

Exklusive Qualitäten

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit: „Das Gelände der Wiesenburg ist ein zentraler Ort mit attraktiven und exklusiven Freiraumqualitäten, wo man sich gerne aufhält. Der Bezirk Mitte und das Land Berlin haben aber vielfältige Ansprüche, denn in den letzten sechs Jahren hatte der Bezirk einen Zuwachs von rund 8.000 Menschen zu verzeichnen. Viele davon haben Probleme, sich selbst auf dem Wohnungsmarkt zu versorgen. Die zentrale Frage für den Standort ist daher: Wie organisiere ich Stadtgesellschaft? Wie schafft man die Zusammenführung der Themen von Wohnungsbau, Atelier- und Gewerbenutzung?“

Weitere Optimierung

Im Abschlusskolloquium hat sich die Mehrheit der Teilnehmer für die Realisierung einer fünfgeschossigen Zeilenbebauung mit verschiedenen Wohnformen auf dem südöstlichen Teil des Wiesenburg-Geländes entlang der Kolberger Straße sowie einen ergänzenden Solitär und Stadtplatz im Innenbereich ausgesprochen. Robert Bittner, Vorstand des Wiesenburg e.V.: „Wir sehen, wie sehr unsere Anregungen und Bedenken im Laufe des Werkstattverfahrens berücksichtigt wurden und wünschen uns, dass der aktuelle Arbeitsstand mit uns weiter optimiert und diskutiert wird. Wir sehen allerdings eine fünfgeschossige Bebauung in der Höhe kritisch und plädieren für einen viergeschossigen Bau, wie er in den beigefügten Entwürfen dargestellt wurde. Zudem sollten anstelle des Stadtplatzes dringend benötigte Ateliers und Projekträume gebaut werden.

Manfred Wolf, Bild:DAHM Architekten + Ingenieure GmbH