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Umwelt: Forschungsprojekt der TU wird jetzt erstmals umgesetzt.

Der Radverkehr in Berlin wächst derzeit stark. Eine Reihe von Händler auf der Schönhauser Allee hat erkannt, dass die Gruppe der Fahrradfahrer ein bislang zu wenig beachtetes Potenzial darstellt. Im Rahmen eines von der TU Berlin durchgeführten und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Workshops traf sich eine Gruppe interessierter Einzelhändler aus der Schönhauser Allee, um Ideen zu entwickeln, wie man diesen Straßenzug gemeinsam zu einem attraktiveren Einkaufsort entwickeln kann – besonders für Radfahrer, aber auch für andere Zielgruppen.

Einfache Maßnahmen

Diese Händler möchten ihren Einkaufstandort stärken, indem sie gemeinsam gezielt die Kundengruppe der Radfahrer ansprechen und so die Schönhauser Allee für den Einkauf mit dem Fahrrad über den Kiez hinaus bekannter und attraktiver machen. Mit zunächst ganz ein-fachen Maßnahmen wollen sie das Einkaufen mit dem Rad unterstützen und sich so von anderen Standorten abheben.

Die Initiative startet mit einem speziellen Serviceangebot für Fahrradfahrer: Ab Anfang August können Sie in den teilnehmenden Geschäften für Ihre Einkäufe eine faltbare Radtasche erhalten. Diese kann man sicher an den Gepäckträger „klipsen“ anstatt mit schaukelnden Einkaufsbeuteln am Lenker sich und andere zu gefährden. Dieselben Geschäfte halten auch Flickzeug und eine Luftpumpe für Notfälle bereit. Die verschiedenen Angebote wurden Ende Juli auf dem Verkehrssicherheitstag präsentiert, den das Centermanagement der Schönhauser Allee Arcarden in Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei ausrichtete. Und natürlich können dort alle Interessierten gern weitere Informationen zur Initiative „Schönhauser-Rad-Allee“ erhalten.

Gemeinsame Lösungen

Gesamtziel des Vorhabens ist es, über einen umfassenden Aktivierungsprozess bei Einzelhändler die Wahrnehmung für den sich abzeichnenden Handlungsdruck im Zusammenhang mit einer rad- und fußgängerfreundlichen Umgestaltung von Straßenraum zu schärfen, sie zu motivieren, gemeinsam getragene Lösungen für die Schönhauser Allee als radfahrfreundlichen Standort zu entwickeln und diese umzusetzen. Die Schönhauser Allee ist eine der übergeordneten Straßen in Berlin, für die in den nächsten Jahren bereits konkrete Umbauabsichten formuliert wurden. Die Straße ist ein typischer „Problemfall“, wie es viele in Berlin und anderen deutschen Großstädten gibt: viel Verkehr, viele Besucher, aber wenig Platz, um alles reibungslos abzuwickeln. Das Vorhaben setzt daran an, die Lücke zwischen der Wahrnehmung des Einzelhandels und dem tatsächlichen ökonomischen Potenzial des Radverkehrs weiter zu schließen.

Manfred Wolf, Bild: Traktorminze/Commons Wikimedia