Unterm Sternenregen

Gastronomie: Sternschnuppen haben etwas Magisches – der Blick in den Himmel lohnt sich in der Nacht vom 12. auf den 13. August.

Bis Mitte August kann in Berlin – und überall auf der Welt – ein ganz besonderes Naturschauspiel beobachtet werden. Denn dann, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne durch die Schweifreste des Kometen Swift-Tuttle fliegt, ist wieder der Meteorschauer der Perseiden zu erwarten – so genannt, weil die Sternschnuppen scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen. Dann werden in dieser Zeit Hunderte von Sternschnuppen am Firmament zu beobachten sein.

Gute Sicht

Dieses Spektakel erreicht alljährlich rund um den 12. August seinen Höhepunkt. „In diesem Jahr ist in der Nacht vom 12. auf den 13. August mit den meisten Sternschnuppen zu rechnen. Bis zu 100 pro Stunde können das sein“, sagt Astronomin Dr. Monika Staesche, Leiterin des Planetariums am Insulaner und der Wilhelm-Foerster-Sternwarte. Die besten Chancen gebe es zwischen zwei und vier Uhr, also in der zweiten Nachthälfte. Wer die Sternschnuppen erfolgreich beobachten will, sollte sich einen Platz suchen, der viel Sicht auf den Himmel zulässt und sich außerhalb der Lichtglocke der Stadt befindet. „Das ist in Berlin sehr schwierig“, sagt Staesche. Die Straßenbeleuchtung und all die bunt schimmernden Werbereklamen würden den Himmel über der Hauptstadt extrem hell erscheinen lassen. Staesche empfiehlt einen Ausflug nach Gülpe in den Sternenpark Westhavelland. Etwas mehr als eine Stunde dauert die Autofahrt dorthin etwa vom Alexanderplatz aus. Der Sternenpark ist bekannt für seine guten Sichtverhältnisse, weil  dort im Umfeld weitgehend auf Straßenbeleuchtung verzichtet wurde.

Zur Sternschnuppennacht steht der noch fast volle Mond eher ungünstig

Zur Langen Nacht der Astronomie
wird der Himmel durchs Fernrohr inspiz

Mond scheint hell

Leider, so die Expertin, müsse in diesem Jahr damit gerechnet werden, dass weniger Sternschnuppen zu sehen sind als eigentlich möglich wäre. Die Ursache hierfür: ein noch fast voller Mond. „Er ist noch fast vollständig beleuchtet und steht deshalb nahezu die ganze Nacht am Himmel. So richtig dunkel wird es deshalb selbst an den verlassensten Orten nicht“, sagt Staesche. Die sogenannten „Feuerkugeln“ – so werden ganz starke Sternschnuppen bezeichnet – werden aber trotzdem zu sehen sein. Es ist übrigens ein uralter Aberglaube, der besagt: Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen. Woher diese überirdische Bedeutung der Sternschnuppen kommt, ist unbekannt. „Verbreitet ist der Glaube in Anlehnung an das Märchen “Sterntaler“ besonders im mitteleuropäischen Kulturraum“, sagt Staesche. Obwohl sie als Wissenschaftlerin lieber darüber aufklärt, dass Sternschnuppen keine kaputt gegangenen Sterne, sondern schlichtweg leuchtende Luft sind, die entsteht, wenn die Staubpartikeln in unserer Lufthülle verglühen, ist sie dennoch der Meinung: „Wer eine Sternschnuppe sieht, sollte sich auf jeden Fall etwas wünschen.“ Das Naturspektakel ist auch in den Planetarien immer ein großes Ereignis. Den ganzen August ist es dienstags und donnerstags um 20 Uhr Schwerpunktthema am Insulaner, und am 5. August, von 17 bis 24 Uhr, wird von der Stiftung Planetarium Berlin mit weiteren Partnern zur Langen Nacht der Astronomie in den Park am Gleisdreieck geladen und der Sternenhimmel gezeigt.

Sara Klinke, Bilder: Thinkstock/iStock/SKY2014, Tim Florian Horn/Zeiss Großplanetarium, Thinkstock/iStock/heibaihui, Sternschnuppe Berlin