Schlossfontäne sprudelt wieder

Brunnenanlage wurde saniert / neue Blütenpracht im Park.

Nach mehr als einem halben Jahr Pause sprudelt der Brunnen vorm Schloss Charlottenburg wieder. Der 1967 nach dem Vorbild von Schloss Versailles gebaute achteckige Springbrunnen ist seit November letzten Jahres renoviert worden. Frost und Temperaturschwankungen hatten dem Stahlbeton stark zugesetzt, so die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Im Zuge der Sanierung erhielt die Fontäne eine neue Pumpentechnik. Die Baukosten beliefen sich den Angaben zufolge auf rund 140.000 Euro.

Besonderes System

Um die Brunnen-Konstruktion zu erhalten und dennoch die notwendige Dichtigkeit der Anlage zu erreichen, wurden auf die vorhandene Konstruktion zwei Schichten Gussasphalt mit eingelegten Abdichtungsbahnen aufgebracht. Dieses System zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es fugenfrei verbaut wird und die nachhaltige Abdichtung gewährleisten kann. Darüber hinaus gleicht es dank seiner Flexibilität die thermischen Spannungen aus, die die Ursache für das entstandene Schadensbild waren, so das Bezirksamt. Ferner wurden der marode Pumpensumpf und die umlaufende Natursteinabdeckung saniert. Zahlreiche Blöcke mussten ergänzt und die Oberflächen gereinigt werden. Erneuert wurde hier auch der Fugenverguss. Die Fontäne erhielt eine neue Pumpentechnik sowie eine neue Fontänendüse.

SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh und Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) nahmen die Fontäne wieder in Betrieb. Dorgeloh erklärte: „Die Erhaltung dieses in der Bundeshauptstadt einmaligen Gartenkunstwerks erfordert jedes Jahr einen hohen finanziellen und personellen Aufwand. Wir laden die Berliner und ihre Gäste herzlich dazu ein, sich von den hier erbrachten gartendenkmalpflegerischen Leistungen selbst zu überzeugen.“

Historische Vorbilder

In den vergangenen Wochen seien im Schlossgarten mehr als 20.000 Blumen in 25 Arten und Sorten gepflanzt worden, hieß es. Die Bepflanzung richtet sich nach historischen Büchern und Dokumenten aus der Zeit um 1700. Außerdem wurden rund 500 Orangeriepflanzen, darunter Granatapfel, Olive, Lorbeer und Bleiwurz, aus ihrem Winterquartier in den Schlossgarten transportiert und aufgestellt. Eine ganz besondere Wertschätzung verdiene die Pomeranze im Orangengarten, die seit etwa 500 Jahren in Europa kultiviert wird und zu den bedeutendsten Orangeriepflanzen des Barock zähle.

Red., Bild: SPSG/Andreas Jacobs