Endlich hat Berlin seine Weisse zurück

Oli Lemke hat die Berliner Weisse neu erfunden

Champagner des Nordens wiederentdeckt.

Von Napoleons Truppen auch als „Champagner des Nordens“ bezeichnet, geriet dieses Sauerbier nach seiner Hochzeit im 19. Jahrhundert immer mehr in Vergessenheit. Die Berliner Weisse von heute, ein eindimensionales mit Sirup gemischtes Sauerbier, erinnert nicht mehr im Entferntesten an das komplexe Getränk von damals. Aus diesem Grund begann Brauer Oli Lemke zusammen mit seinem Betriebsleiter Andreas Hegny, Bastian Oberwald vom Studiengang Brau- und Getränke-Technologie und dem Brauinstitut der Technischen Universität Berlin an der originalen Rezeptur zu forschen.

Nach unzähligen Scannings von Microorganismen, PCR-Analysen von historischen Weisse-Flaschen und über 150 Testsuden ist sie nun fertig, die traditionelle Budike Weisse, wie es sie in Berlin einmal gab. Nur der gleichzeitige Einsatz mehrerer ausgewählter Mikroorganismen in einem definierten Konzentrationsverhältnis und die entsprechende Steuerung des Herstellungsprozesses, führen zu einem Geschmackserlebnis, das es so seit 100 Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Brauerei Lemke ist eine der ältesten Craft-Beer-Brauereien im Berliner Raum. Seit 1999 braut Lemke handwerkliche Biere.

Red., Bild: privat