Aus für die Blume

Geschichte: Keine Chance für DDR-Kunstwerk.

Für Hunderttausende Ostberliner und ihre Gäste gab es neben der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz nur noch einen gleich bedeutenden Treffpunkt in der Hauptstadt der DDR: die Gläserne Blume im Palast der Republik. Aufgrund der großen symbolischen und künstlerischen Bedeutung des Werkes nahm sich die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss vor einiger Zeit der Frage an, ob und wie sich die „Gläserne Blume“ im Original oder als Rekonstruktion im Humboldt Forum aufstellen ließe. Um diese Möglichkeit zu prüfen, gab die Stiftung im Jahr 2015 (damals noch unter dem Namen Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum) ein Modell im Maßstab 1:10 in Auftrag, das Anfang 2016 der Presse präsentiert wurde. Offensichtlich war den Initiatoren die Bedeutung des von Reginald Richter und Richard Wilhelm zwischen 1974 und 1976 geschaffen Kunstwerkes bewusst. Zumal die Gläserne Blume auch zum Symbol für den abgerissenen Palast der Republik im Besonderen und der DDR im Allgemeinen geworden ist. Die Skulptur wurde im März 1999 durch eine Spezialfirme und untern Anleitung Reginald Richters demontiert und liegt heute in einem Depot des Deutschen Historischen Museums. Doch wer dachte, dass die Blume im neuen Stadtschloss eine zweite Chance bekäme, sieht sich getäuscht. Wie die Stiftung Humboldtforum jetzt mittelte, werde eine Wiederaufstellung vermutlich aus konservatorischen und baulichen Gründen nicht zu realisieren sein. Was für eine Enttäuschung.

red, Bild: Klaus Taubert