Liebesgeschichte unter erschwerten Umständen

Buch: Fritz Zimmermanns „Liebe Lust Prostata“ nähert sich einem Tabuthema mit schamloser Offenheit

Trotz Prostata-OP können Liebesgeschichten weitergehen und sogar eine neue Qualität bekommen – so lautet die Botschaft des Journalisten und Buchautors Friedrich W. Zimmermann (Foto). In seinem Buch „Liebe Lust Prostata“ berichtet er ausführlich und schonungslos über seine eigenen Erfahrungen.

Detailgenau, ohne jede Beschönigung, ja, mit einer gehörigen Portion Schamlosigkeit. Und gerade diese Offenheit nimmt den gefürchteten Begleiterscheinungen der Operation jede Peinlichkeit. Den Lesern seines Buches will er Mut machen – denn, davon ist er überzeugt: Auch nach radikaler Prostatektomie kann das Leben, kann die Liebe wieder Spaß machen. Gespannt lässt der Autor den Leser – und die Leserin – an seiner Odyssee als Prostatakrebs-Patient teilnehmen: vom immer wieder verdrängtem Verdacht und der hilflosen „Behandlung“ mit Hausmitteln, über PSA-Messungen, Diagnose, Operation bis zum mühsamen Auf und Ab danach mit Windeln, Einlagen, Beckenbodentraining und Viagra. Selten wurde so unverblümt über die „Feuchtgebiete des Mannes“ berichtet. Selten aber wird auch so anrührend eine Liebesgeschichte unter erschwerten Bedingungen erzählt. Im zweiten Teil findet der Leser sachliche Ergänzungen bekannter Mediziner in verständlicher Sprache.

Die entscheidenden medizinischen und psychologischen Probleme, Impotenz, Inkontinenz, Ignoranz, die sogenannte I-Trias, werden von vielen Seiten beleuchtet. Und es wird an die Einfühlsamkeit und die Phantasie der Gefährtinnen appelliert, neue Spielformen von Erotik und Sexualität zu suchen und zu finden. Fritz Zimmermann lebt in Berlin. Weitere Infos online.

Red., Bild: privat