Offenes Haus feiert runden Geburtstag

Erfolgsgeschichte: Marienburg ist seit zehn Jahren Heimat für kreative Firmen und soziale Einrichtungen.

Die Medienagentur „Artefakt Kulturkonzepte“ bietet kreative Dienstleistungen für Kulturanbieter wie Festivals, Opern-, Theater- oder Literaturhäuser. Boesner ist Europas führender Anbieter für Künstlermaterial, Einrahmungen und Kunstbücher. Neben Arbeiten für Bau, Industrie und Windkraft realisiert Nawrocki Alpin immer wieder spektakuläre Aufträge wie etwa die Verwandlung der Kugel des Berliner Fernsehturms in einen riesigen Fußball zur WM 2006. Der GFAJ e.V. arbeitet seit 1992 als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe überbezirklich in Berlin. Was alle Genannten eint: Ihre Heimat ist die Marienburg, ein ehemaliges Umspannwerk in der Marienburger Straße. Und das seit zehn Jahren. Grund genug also, um mal richtig auf die Pauke zu hauen.

Buntes Fest

Am 16. Juni feiern alle gemeinsam mit Kunden, Nachbarn und hoffentlich zahlreichen Gästen ein buntes Hoffest mit Live-Musik, Kunstaktionen für Jung und Alt, Fassadenklettern, Kinderkarussell, Fotoaktionen, Tombola, einem drei Meter langen Riesenkicker sowie Führungen über das Gelände und Kulinarik aus dem Winskiez. Musikalischer Höhepunkt ist mit Sicherheit der Auftritt des Skazka-Orchester gegen 21 Uhr. Versprochen ist eine wilde Mischung aus Klezmer und Punk.

Zentraler Standort

Das große Backsteingebäude ist nicht nur ein bunter, innerstädtischer Firmensitz, sondern vielmehr ein Gegenpol zur klassischen Immobilienstruktur. Die ansässigen Unternehmen verwalten den zentralen Standort selbst, sind untereinander vernetzt und setzen Projekte gemeinsam um. Die freundschaftliche, natürlich gewachsene Vernetzung mit den Marienbürgern wird von allen ansässigen Firmen geschätzt. Dadurch vereint sich im Gelände der Marienburg ein erfahrungsreicher Workflow für Dienstleistung und Produktion, der für den Kunden einen umfangreichen Full-Service vor Ort bietet.

Individueller Beitrag

Das Backsteingebäude wurde 1927 von Hans Heinrich Müller geplant und 1928 im Innenbereich eines geschlossenen Wohnhausblocks gebaut und bis nach der Wende als Umspannwerk genutzt. Der Architekt Hans Heinrich Müller gestaltete Schaltstationen in ganz Berlin und leistete dabei einen individuellen Beitrag zur deutschen Industriearchitektur der Zwischenkriegszeit. Wie Schinkel bewunderte Müller die mittelalterliche Marienburg, deren Einfluss in Bezug auf Volumenkomposition, Formensprache und Detailausbildung vielfach variiert in vielen Gebäuden Müllers sichtbar wird. Auf dem Gelände der Marienburg stehen auch Teile der historischen Grenzübergangsstelle (GÜSt) Bornholmer Straße“. Abgebaut Anfang der 90er Jahre erwarb die BEWAG (heute Vattenfall) den einstigen Pkw-Übergang und montierte ihn im Hof ihres Umspannwerkes in der Marienburger Straße 16 neu. Dort dient er seitdem als Unterstand für Parkplätze.

Manfred Wolf, Bild: Artefakt Kulturkonzept