Erinnerung an einen Tierschützer

Vorbild: Das Naturkundemuseum zeigt Ausstellung, die das Wirken Heinz Sielmanns würdigt.

Als Pionier des deutschen Tierfilms stand Heinz Sielmann jahrzehntelang als Synonym für Abenteuer, Natur und Tiere im Fernsehen. Bis 5. November erinnert das Museum für Naturkunde mit einer Sonderausstellung mit dem Titel „Sielmann!“.

Globale Problematik

In Deutschland blieb Sielmann trotz der vielen internationalen Erfolge als derjenige in Erinnerung, der die Natur vor der eigenen Haustür zum Abenteuer werden ließ. Über fünf Jahrzehnte konnte er auf der ganzen Welt beobachten, wie natürliche Lebensräume nach und nach in immer stärkerem Maß beeinträchtigt und vernichtet wurden. Während er in seinen Filmen diese globale Problematik immer wieder in den Fokus rückte, wandelte er sich in seiner Heimat vom gefeierten Naturfilmer immer mehr zum aktiven Umweltschützer. Sein Erbe ist die gemeinsam mit seiner Frau Inge im Jahr 1994 gegründete Heinz Sielmann Stiftung. Sie betreibt erfolgreichen Naturschutz in ganz Deutschland.
Wichtige Arbeit. „Sielmann!“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wird in Berlin zum ersten Mal gezeigt. Die Heinz Sielmann Stiftung wird die Schau im Anschluss auch an anderen Standorten in Deutschland präsentiert. Die Ausstellung zeigt anschaulich die wichtige Arbeit der Heinz Sielmann Stiftung, die für erfolgreichen Natur- und Artenschutz in Deutschland steht. Sie zeigt besondere heimische Tierarten wie Wisent, Wildkatze und Luchs, die von den Schutzflächen der Heinz Sielmann Stiftung profitieren und beschäftigt sich auch mit dem Leben Heinz Sielmanns. In Anlehnung an den Erfindergeist des Tierfilmers besticht die Ausstellung mit einer ungewöhnlichen Medieninszenierung. Die Ausstellung richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Interessant für Familien ist eine Kinderebene, in der das junge Publikum eigene Entdeckungen machen kann.

Erfolgreiche Waffe

Besondere Highlights der Ausstellung sind die originale Kamera und das Stativ, die Sielmanns ständiger Begleiter waren. Von Anfang an nutzt er die Kamera als ein Werkzeug, um wichtige Botschaften an das Publikum zu vermitteln. Als nach dem Krieg das Fernsehen in die deutschen Wohnzimmer kommt, zeigt Heinz Sielmann mit seinen Filmen zunächst Natur und Verhaltensforschung. Später ist die Kamera seine Waffe im Kampf gegen fortschreitende Umweltzerstörung und den Verlust der Artenvielfalt.

red, Bild: T.M. Marotzke