Kampf ums Überleben

Jugendzentren: Potse und Drugstore laden zum Tag der offenen Tür.

Die Schließung der ältesten, selbstverwalteten Jugendzentren Berlins, der Potse und dem Drugstore an der Potsdamer Straße, steht zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre bevor. Der Mietvertrag, auf den die Jugendzentren als Nutzer der Flächen angewiesen sind, welcher zwischen dem Bezirk und dem Investor vereinbart wurde, läuft am 31. Dezember aus. Grund dafür, dass eine Verlängerung nicht möglich ist, sei die neu angesetzte Mieterhöhung, die zweite innerhalb kürzester Zeit, teilen die Pressesprecher von Potse und Drugstore mit.

Suche ohne Ergebnis

2015 wurden bereits gemeinnützige Flächen im Gebäude abgegeben, um die erhöhte Miete zu finanzieren. „Der Bezirk lässt nun erneut verlauten, dass die neu angesetzte Summe wieder nicht zu stemmen sei. Dabei wäre diese Mieterhöhung für den Bezirk gar nicht erst relevant geworden, hätte die öffentliche Hand das Gebäude in der Potsdamer Straße 180 nicht verkauft und somit eine Gefährdung der Jugendzentren ermöglicht“, lautet die Kritik der Betroffenen. Durch den Verkauf sei ein folgenschwerer Fehler begangen worden, der die Jugendlichen nun ihre Freiräume kosten solle. Die alternativen Räumlichkeiten, die vom Bezirksamt angepriesen wurden, sind auch nach zwei Jahren Suche nicht gefunden.

Mehr Freiräume

„Fakt ist: Es gibt für unser umfangreiches und vor allem auch kostenloses Angebot keine alternativen Räume, in denen wir unser Konzept wie bisher umsetzen könnten. Die einzige langfristige Lösung für uns ist ein Rückkauf der Räumlichkeiten.“ Auf Anfrage des Berliner Abendblattes an den Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD), ob das Bezirksamt einen Rückkauf in Erwägung zieht, um die Jugendzentren zu retten, lag bis Redaktionsschluss keine Antwort vor. Die Besucherin der Jugendzentren, Juliane Hermanns, sagt dazu: „Die Jugendzentren Potse und Drugstore bestehen hier seit über 40 Jahren und sollen nun weggentrifiziert werden? Das ist nicht hinnehmbar. Es sollten nicht immer weniger Freiräume werden, sondern mehr!“

Zum Tag der offenen Tür wird am Nachmittag des 27. Mai eingeladen. Auch das Bezirksamt ist über den Termin informiert. Eine konkrete Teilnahmebestätigung habe es nicht gegeben.

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Sara/ Red, Bild: Wenzel Oschington