Die Tradition bleibt

Der Festumzug Staaken wird stattfinden – Beteiligte einigten sich auf Alternativroute.

„Karneval“ in Staaken! Verkleidete Kinder und Erwachsene ziehen wieder durch die Straßen Staakens. Momentan (bis zum 28. Mai) wird zum 67. Mal das Volks- und Kinderfest auf dem Festplatz am Ungewitterweg gefeiert. Neben Autoscooter, Karussells und Co. wird es eine Bühne mit Konzerten und eine Diskothek geben. Und während sich die Kinder bei Spielen auf dem Festplatz vergnügen, können sich die Eltern und Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen entspannen. Höhepunkt wird ganz traditionell der Festumzug sein, der am Sonntag ab 14 Uhr starten soll.

Kostümierte Kindergruppen und Kapellen laufen dann wieder durch die Gassen, werfen „Kamelle“ und werden von den Zuschauern am Straßenrand bejubelt. Uwe Holländer, Vorsitzender des Unterstützungsvereins Gartenstadt Staaken, organisiert den Umzug. Er ist mit dem Traditionsmarsch groß geworden und erinnert sich gerne daran, wie er jedes Jahr erneut beim Umzug dabei war. „Als Kind ist man richtig stolz, verkleidet an den Häusern vorbeizulaufen und von den Eltern und Großeltern Applaus und Anerkennung zu bekommen“, verrät Holländer.

Veränderte Strecke

Jedoch wird sich die traditionelle Strecke in diesem Jahr verändern. Denn zum zweiten Mal drohte der Kindertraum zu platzen. Es fehlte, wie auch im letzten Jahr, die Genehmigung für den Umzug. Zum einen verweigerte die Verkehrslenkung Berlin (VLB) die Erlaubnis, da der Seegefelder Weg aufgrund von Bauarbeiten noch immer halbseitig gesperrt ist und die ursprüngliche Marschstrecke über den Torweg und Finkenkrugerweg als Umleitung für den Straßenverkehr dient. Ein Straßenumzug sei auf den umleitenden Vorfahrtstraßen nun nicht gestattet. Ein weiterer Gegner waren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die eine Busverzögerung befürchteten.

Viele Hürden

Für Holländer seien die Gründe unverständlich. „Im Rheinland gibt es in der Karnevalszeit auch keine Verkehrsprobleme. Dort sind Umzüge überall erlaubt, wieso sollte es dann nicht auch in Staaken klappen?“, sagt der Veranstalter. Er gab die Hoffnung nicht auf und schlug eine Alternativroute vor, die vom Heideberg über Kirchplatz, Torweg, Am Langen Weg, vorbei am Ungewitterweg, Hackbuschstraße, über Eschenwinkel bis zurück zum Heideberg führen soll. Der Torweg wird in der Zeit des Umzugs für Fahrzeuge gesperrt. Am Runden Tisch im Rathaus Spandau konnten sich auf Einladung der Stadträte Frank Bewig (CDU) und Stephan Machulik (SPD) der Unterstützungsverein Gartenstadt Staaken mit der BVG, der VLB, der Polizei und dem Verkehrsamt auf diese Alternativstrecke einigen.

Für die Kinder

In diesem Jahr erwartet er für den Umzug drei Kapellen und mehrere Fußtruppen. Einige haben jedoch bereits abgesagt. Obwohl die Dauer des Zuges aufgrund dieser Umstände von einer Stunde auf eine halbe Stunde reduziert wird, bleibt der festliche Charakter. „Für die Kinder wird der traditionelle Umzug nach wie vor ein Erlebnis werden und das ist die Hauptsache“, findet Holländer.

Marley Lackermann, Bild: Uwe Holländer