Ab ins Beet!

Aus dem Schulgarten der Friedrichshainer Blumen-Grundschule soll ein Natur-Erlebnisraum für Kinder aus der Stadt entstehen.

Ein Stück Natur für Stadtkinder– gerade jetzt im Frühjahr herrscht reges Treiben im Schulgarten der Blumen-Grundschule in der Nähe des Strausberger Platzes in Friedrichshain. Hochbeete anlegen, Pflanzen setzen und Gemüse anbauen – viele interessierte Schüler der Schulgarten-AG, deren Eltern und weitere naturbegeisterte Helfer pflanzen fleißig mit, um den Schulgarten „grün“ zu gestalten. Seit einigen Jahren gibt es dafür eine Schulgartensteuergruppe, die sich aus engagierten Schülern, Eltern, Lehrern und Werkpädagogen zusammensetzt und die etwa 1.800 Quadratmeter große Wiesenfläche vor der Schule an der Andreasstraße umgräbt. Auch Nachbarn aus umliegenden Gärten helfen mit. Am ersten Projekttag im vergangenen Jahr kamen etwa 25 Erwachsene zusammen, die beim Graben geholfen und „viel (Erde) bewegt“ haben, heißt es in dem Projektbericht der Blumen-Grundschule.

Voneinander profitieren

Stolz stellen die Kids das Bienen-Blütenreich-Schild auf

Unterstützung erhalten die Ehrenamtlichen durch das Projekt „BienenBlütenReich“ des Netzwerks Blühende Landschaft (NBL), die sie mit Saatgut und finanziellen Mitteln für die Bodenvorbereitung unterstützen. Außerdem erhält die Steuergruppe kostenlose Beratung zu Anlage und Pflege der Grünfläche und Bereitstellung von Infomaterial. Im Gegenzug dazu soll der Schulgarten eine Nahrungs- und Lebensgrundlage für blütenbesuchende Insekten und Vögel bieten. „Gerade in der Großstadt, in der das Bienensterben immer größer wird, sollte man den Insekten ein Stück Natur zurückgeben“, findet Annett Elsner, Mitglied der Schulgartensteuergruppe. Die Mutter eines ehemaligen Schülers hat Landschaftsplanung studiert und ist durch Zufall in die Gruppe gestoßen. Sie versucht weiterhin Ehrenamtliche für die Gruppe zu finden. Die Organisation sei nicht einfach, so Elsner, aber seit der Teilnahme an dem Projekt habe sich viel getan. Vor zwei Wochen wurden die ersten Samen für die Blühfläche in den Boden gesetzt. Der Garten sei nun auch öffentlich zugänglich. Zusätzlich sollen Führungen von den Teilnehmern selbst oder von einem Mitarbeiter des NBL angeboten sowie Infotafeln aufgestellt werden.

Viel zu entdecken

Die Steuergruppe Schulgarten ist mit vollem Engagement dabei, denn finanziert wurde das meiste bisher in Eigenleistung. Doch auch die Schule selber stellt finanzielle Mittel zur Verfügung. Darüber hinaus kommen Gelder für kleinere Baumaßnahmen von der Beratungsstelle „Grün macht Schule“, die sich für eine ökologische und kindgerechte Schulhofgestaltung einsetzen. Denn gerade Kinder können, laut der Blumen-Grundschule, von dem Gartenausbau profitieren und vieles beobachten und entdecken.

Neben den Plänen für die Gestaltung eines öffentlichen Gartens seien noch weitere Aktionen in Aussicht. Bis dahin wird weiterhin fleißig gesät. „Der Garten hört nicht auf zu wachsen“, sagt Elsner.

Marley Lackermann, Bild: Annett Elsner